Sie nennen sich »Patrioten«, sind aber nach Einschätzung von Wissenschaftlern Rechtsextreme mit faschistischen Zielen: Mitglieder der US-Gruppierung »Patriot Front« sind am Samstag während der 250-Jahr-Feiern in Washington in der Nähe des Kapitols aufmarschiert. Die schätzungsweise rund hundert Männer waren vermummt, trugen uniformartige Blauhemden, schwenkten Flaggen und riefen »Reclaim America!« (Erobert Amerika zurück).Offiziell unterhält die »Patriot Front« keine Beziehungen zur Regierung von Präsident Donald Trump. Sie fühlt sich aber durch seine Amerika-zuerst-Politik (America First) ermutigt. Zudem unterstützt sie die von ihm angeordneten Massenabschiebungen sowie den Kampf seiner Regierung gegen die angebliche Diskriminierung Weißer, etwa durch die Abschaffung von Gleichstellungsprogrammen in der Armee und im Beamtenapparat.Bei Wahlkampfveranstaltungen von Donald Trump im Jahr 2024 wurden ebenfalls Mitglieder der »Patriot Front« gesichtet. »Dass sie es wagen, ausgerechnet am Unabhängigkeitstag öffentlich zu demonstrieren, zeigt, welche Probleme dieses Land mit dem weißen Nationalismus hat«, sagt John Cohen, ein früherer Experte für Terrorismusbekämpfung im US-Heimatschutzministerium.Einer Analyse von Extremismusforschern der George-Washington-Universität zufolge ist die »Patriot Front« von der Überlegenheit Weißer überzeugt. Sie betrachtet »Multikulturalismus, Einwanderung und Vielfalt als existenzielle Bedrohungen für ihre Vision von Amerika«. Die Gruppe vertritt zudem die Verschwörungstheorie des »großen Austauschs«, die auch in Europa Anhänger im Rechtsaußen-Spektrum hat. Demnach sollen angeblich »einheimische« weiße US-Bürger organisiert durch nicht weiße Einwanderer ersetzt werden.
USA: »Patriot Front« nutzt Feierlichkeiten in Washington, D.C. für Aufmarsch
Hunderte Mitglieder der rechtsextremen »Patriot Front« sind vor den Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag durch Washington marschiert. Sie fühlen sich durch die Politik Trumps ermutigt und möchten die Demokratie abschaffen.











