Versichertenkarten verschiedener Kassen: Die Marktwirtschaft bleibt auf der Strecke

Krankenkassen in Deutschland leben in einem Konkurrenzsystem. Wir haben hierzulande über 90 solcher Kassen, weil dieser Wettbewerb dafür sorgen soll, dass sich bessere Ideen durchsetzen können und am Ende für alle Versicherten eine bessere und preiswertere Gesundheitsversorgung möglich gemacht wird. Der Preis für ein solches System: Es gibt eben diese über 90 Krankenkassen, mit jeweils eigenen Vorständen und eigener Verwaltung. Jede von ihnen versucht, mit leicht unterschiedlichen Konzepten innerhalb eines gesetzlichen Rahmens Erfolg zu haben. Das Ganze heißt Marktwirtschaft. Als Verbraucherjournalist bin ich grundsätzlich ein großer Fan dieses Prinzips. Die besten Angebote sollen gewinnen.

Damit ein solches Konkurrenzsystem funktioniert, braucht es in einer idealen Welt aber vollständige Informationen. Das habe ich vor über 40 Jahren in meiner großen Volkswirtschaftsvorlesung an der Uni gelernt. Informationen über Preise und Leistungen, damit ich mich für das richtige Angebot entscheiden kann.

Individuelle Preisinfo gestrichenJetzt hat die schwarz-rote Koalition beschlossen, dass Ihre Kasse Ihnen eine mögliche Preiserhöhung nicht mehr mitteilen muss – weder per Brief noch per Mail noch auf einem anderen Weg. Die entsprechende Vorschrift im Paragrafen 175 des Sozialgesetzbuches V hat die Regierungskoalition ersatzlos gestrichen. Das erschwert jedenfalls den Vergleich mit der Konkurrenz, erschwert den Wettbewerb bei der Auswahl der Kassen. Und ärgert mich als Journalist.