PfadnavigationHomePanoramaKieler FördeErneut Buckelwal vor deutscher Ostseeküste unterwegs – Ministerium berät über MaßnahmenStand: 02:56 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Dänin Linda Frølund Hansen filmte das Tier nach eigenen Angaben am 20. Juni von einer Brücke über den Kleinen Belt, eine Meerenge zwischen den Landesteilen Jütland und FünenQuelle: Linda Frølund Hansen/Bridgewalking/dpaDas Umweltministerium bestätigt eine Sichtung vor Heiligenhafen. Aussehen und Verhalten des Wals lassen laut der dänischen Umweltbehörde darauf schließen, dass er krank ist. Für den Fall einer Strandung sieht sich das Land Schleswig-Holstein vorbereitet.Bahnt sich in der Ostsee die nächste tierische Rettungs-Mission an? Vor der schleswig-holsteinischen Küste ist erneut ein Buckelwal unterwegs. Das Deutsche Meeresmuseum habe am Donnerstag zwischen 12 und 14 Uhr zwei Sichtungsmeldungen vor Heiligenhafen erhalten, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Das Bild- und Videomaterial, das uns vorliegt, ist qualitativ leider so schlecht, dass wir nicht genau sagen können, ob es sich um den Buckelwal handelt, der sich in den letzten Wochen vor Dänemark aufhielt. Die Größe und das allgemeine Erscheinungsbild deuten jedoch darauf hin.“ Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ berichtet.In den vergangenen Wochen war vor der dänischen Ostseeküste erneut ein Buckelwal gesichtet worden, unter anderem vor Aarhus. Zuvor hatte es nach Angaben der dänischen Umweltbehörde unter anderem zwischen Jütland und der Insel Fünen Sichtungen gegeben. Unter anderem machte eine Touristenführerin ein Foto von dem Säugetier. Sein Aussehen und sein Verhalten ließen darauf schließen, dass er krank sei. Die Umweltbehörde rief die Menschen dringend dazu auf, Abstand zu dem Wal zu halten. „Es ist besonders wichtig, nicht in die Nähe des Tieres zu segeln oder auf andere Weise Kontakt zu ihm aufzunehmen“, erklärte die Behörde. Falls der Wal tatsächlich krank sei, bedeute jede Störung zusätzlichen Stress für ihn.Umweltministerium bestätigt Buckelwal bei Kieler FördeAm Abend bestätigte das schleswig-holsteinische Umweltministerium nach einer Begutachtung vor Ort die Sichtung eines Buckelwals am Ausgang der Kieler Förde. „Es handelt sich vermutlich um das Tier, das zuvor bereits in Schottland und Dänemark beobachtet wurde“, hieß es. „Der Wal bewegte sich nach einem kurzen Aufenthalt in flacheren Gewässern zuletzt wieder langsam in Richtung offene See.“Lesen Sie auchOb es derselbe Wal war, der bei Heiligenhafen gesichtet wurde, blieb unklar. Das Ministerium habe nur die Sichtung an der Kieler Förde bestätigt, sagte eine Sprecherin.Lesen Sie auchDas Ministerium rief dazu auf, bei Sichtungen großen Abstand zu halten und Strandungen den örtlichen Behörden zu melden. „Dichter Schiffs- und Bootsverkehr im Umfeld stellt einen erheblichen Stressfaktor für die Tiere dar und sollte unbedingt vermieden werden. Auch vor diesem Hintergrund sieht das Umweltministerium Stand jetzt von einer engeren Begleitung des Tieres ab“, teilte die Behörde am Abend mit.Wale seien geschützte Wildtiere und bewegten sich frei durch die Meere, erläutert das Umweltministerium. „Eine Walsichtung allein ist also noch kein Grund zur Besorgnis und begründet auch kein staatliches Eingreifen. Ob ein Wal strandet, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich im Vorhinein nicht zuverlässig einschätzen.“Meldekette soll bei Strandung greifenUm im Falle einer Strandung schnell zu einer Einschätzung und Entscheidung kommen zu können, habe das Land eine Meldekette etabliert, sagte die Sprecherin. „Bei einer möglichen erneuten Strandung werden wir uns schnell mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten, der Polizei und möglichen weiteren beteiligten Behörden (beispielsweise die betroffene Kommune) abstimmen.“ Jede Walstrandung sei anders und müsse für sich genommen betrachtet und bewertet werden. Grundsätzlich gelte, um das Tier nicht zu stören, sollte ein großer Abstand gehalten werden.Lesen Sie auchIm Frühjahr war ein Buckelwal bis in deutsche Gewässer geschwommen und unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit immer wieder gestrandet. Eine private Initiative brachte das „Timmy“ genannte Tier in einer aufwendigen Aktion in einem Transportkahn in die Nordsee und setzte es dort frei. Fachleute kritisierten das als Tierquälerei. Der Wal überlebte nicht. Mitte Mai wurde er tot vor der dänischen Ostseeinsel Anholt entdeckt.dpa/saha