Der wohl letzte Prozess um den rechtsterroristischen NSU endet mit einem sehr milden Urteil. Vertreter:innen der Opfer und Hinterbliebenen sind empört.
Die Verurteilte NSU-Helferin Susann E. mit ihren Anwälten vor Gericht in Dresden
Jens Schlüter/Pool via reuters
Michalina Boulgarides konnte es nicht fassen. „Dieses Urteil“, sagte die Tochter von Theodoros Boulgarides, der am 15. Juni 2005 in München vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet wurde, „ist ein Skandal“. Für sie komme die Bewährungsstrafe, die am Freitag gegen die NSU-Unterstützerin Susann Eminger verkündet wurde, einem Freispruch gleich. „Zehn Menschen wurden kaltblütig hingerichtet, Unzählige bei Sprengstoffanschlägen verletzt“, sagte Boulgarides. „Wann kriegen die Opfer ihre Gerechtigkeit?“
Es war der zweite und aller Voraussicht nach letzte Prozess um die rassistische Mordserie des NSU: Mehr als acht Monate lang hat das Dresdner Oberlandesgericht gegen die einstmals engste Freundin der Rechtsterroristin Beate Zschäpe verhandelt. Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zur besonders schweren räuberischen Erpressung wurden der 45-jährigen Zwickauerin von der Bundesanwaltschaft zur Last gelegt. Nach 26 Verhandlungstagen zeigte sich Simone Herberger, die Vorsitzende des Staatsschutzsenats, überzeugt: „Die Anklagevorwürfe haben sich in vollem Umfang bestätigt.“










