Wachstum auf lange Sicht: Die Kapitalrente ist essenziell für die Zukunft. Foto: Marcel Reyle, Getty ImagesEine kapitalgedeckte Rente wird seit jeher in Deutschland bekämpft, vor allem von der Linken. Angeblich werden da Beiträge verzockt und wilde Spekulationen getrieben. Alles böse Mächte am Werk. Lieber bleiben wir im Umlageverfahren, auch als schrumpfendes Völkchen, der Rest kommt aufs Sparbuch oder in die Kaffeedose.Nun, da eine kapitalgedeckte Rente endlich Gesetz wird – sogar in der ersten Säule der gesetzlichen Rentenversicherung –, wird der Kampf noch mal hochgedreht. Zumal die SPD den Einstieg in den Umstieg tapfer mitträgt (die Kinder und Enkel werden es der Sozialdemokratie ab 2040 ff. danken).Einige sich „progressiv“ nennende Ökonomen verbreiten seit Wochen allerlei fragwürdige Zahlen, dass man mit Aktien verliert oder zu wenig verdient. Oder dass der Systemwechsel das Wachstum drückt und bis zu 250.000 Jobs kostet, weil er den Menschen Kaufkraft entzieht. Solche Horrorszenarien sind fahrlässig, selbst wenn es Rückzugsgefechte sind.Man muss schon 30 Jahre durchhaltenZunächst: Man kann mit Aktien Geld verlieren, aber nicht, wenn man in einem Zeitraum von 30 Jahren oder länger investiert, und darum geht es bei einem Kapitalstock. Gibt es Risiken? Natürlich. Ist das garantiert? Nein. Aber wenn Unternehmen dauerhaft weniger verdienen und die Aktienkurse deshalb sinken, haben wir ganz andere Probleme. Wer durchhält beim Sparen und Anlegen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Geld ordentlich vermehren.Wer es nicht glaubt, kann die Norweger, Holländer oder Schweden fragen, die Lehrer von Ontario oder die Polizisten und Busfahrer in New York, ob sie den Eindruck haben, dass ihre Altersvorsorge verzockt wird. Ihre milliardenschweren Pensionsfonds investieren seit Jahren erfolgreich auf der ganzen Welt.Gesetzliche Rente Das zeichnet die neue Kapitalrente aus Die Regierung will die Rente künftig zum Teil am Kapitalmarkt finanzieren. Das erinnert stark an frühere Konzepte. Doch es gibt Unterschiede. von Niklas HoyerWir Deutschen tun uns schwer, weil seit jeher der Kapitalmarkt verteufelt wird, weil Politiker das Sparbuch loben, weil wir viel zu viele und teure Lebensversicherungen abschließen – und im kollektiven Gedächtnis Sparbriefe, „Bundesschätzchen“ und Allianzen fürs Leben herumgeistern. All das hat uns Zeit und Geld gekostet, auch wenn die junge Generation inzwischen anders tickt.Es geht aber nicht nur um den individuellen Sparplan. Für ein Volk, das im Schnitt eher älter wird und dessen Wirtschaft nicht mehr so dynamisch wächst, ist es nur klug und ratsam, das eigene Vermögen weltweit anzulegen und wenigstens mit einem Teil des Kapitals am Wachstum anderer Länder zu partizipieren.Es stimmt, das Geld für die Kapitalrente wird dem Kreislauf und Konsum in Deutschland entzogen; aber diese Beiträge wären immerhin gut angelegt für höhere Einkommen in der Zukunft – was man nicht für alle Abgaben und Steuern sagen kann, die der Staat in immer größeren Summen bei den Bürgern eintreibt.Die Ökonomen, die solche Projektionen über Jobverluste verbreiten (250.000 wären mehr als die gesamte Transformation der Autoindustrie bis 2035 an Arbeitsplätzen kosten könnte), stört es übrigens weniger, wenn der Staat an anderer Stelle Steuern und Abgaben erhöht. Und es sind die gleichen Ökonomen, die seit Jahren verbreiten, man müsse nur höhere Schulden machen und Geld verteilen – dann kämen Jobs und Wachstum von allein.Leider sind diese Prognosen nicht so easy aufgegangen, auch bei dreistelligen Milliardendefiziten, was die Experten seltsamerweise nicht kleinlaut werden lässt. Lieber rechnet man seine alten Vorurteile und Weltbilder mit scheinbar objektiven Projektionen nach und vor.
Kapitalrente: Das falsche Spiel der Börsenfeinde
Die Kapitalrente wird in Deutschland immer noch bekämpft. Mit viel unsinnigen und falschen Argumenten. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern – und sparen Sie los! Ein Kommentar.








