Vor der schleswig-holsteinischen Küste ist aktuell ein großer Wal unterwegs. Das Deutsche Meeresmuseum habe am Donnerstag zwischen 12.00 und 14.00 Uhr zwei Sichtungsmeldungen vor Heiligenhafen erhalten, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur (dpa).„Das Bild- und Videomaterial, das uns vorliegt, ist qualitativ leider so schlecht, dass wir nicht genau sagen können, ob es sich um den Buckelwal handelt, der sich in den letzten Wochen vor Dänemark aufhielt. Die Größe und das allgemeine Erscheinungsbild deuten jedoch darauf hin.“ Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ über die Sichtungen berichtet.In den vergangenen Wochen war vor der dänischen Ostseeküste erneut ein Buckelwal gesichtet worden, unter anderem vor der dänischen Küste bei Aarhus. In den Medien wurde das Tier mitunter „Hartwin“ genannt.Die Hautveränderungen und das Verhalten des Wals sind tatsächlich besorgniserregend.Almut Neumeister, Deutsches Meeresmuseum „Hartwins“ Gesundheitszustand wohl „besorgniserregend“ Zuvor hatte es nach Angaben der dänischen Umweltbehörde unter anderem zwischen Jütland und der Insel Fünen Sichtungen gegeben. Beim Bridgewalking entdeckt eine Touristengruppe unter Tourguide Linda Frølund Hansen einen Buckelwal, der unter der Brücke in Richtung deutsche Gewässer schwamm. © dpa/Linda Frølund Hansen Erst am letzten Juni-Wochenende entdeckten eine Touristenführerin samt einer kleinen Personengruppe im Rahmen einer sogenannten „Bridgewalking“-Tour über die Stahlkonstruktion der Brücke „Den Gamle Lillebæltsbro“ einen Wal, der Hautveränderungen auf seinem Rücken aufwies. Meeresbiologen und Experten beurteilten den Gesundheitszustand des Tiers auf Grundlage von Videomaterialien als desolat.Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum bestätigte dem Tagesspiegel damals nach der Sichtung des Videomaterials, dass es sich bei dem Tier zweifelsfrei um einen Buckelwal handelt. „Es handelt sich auf jeden Fall um einen Buckelwal, was an den langen Flippern, also Brustflossen, gut erkennbar ist“, so die Expertin. Sie ergänzte: „Die Hautveränderungen und das Verhalten des Wals sind tatsächlich besorgniserregend.“Meeresbiologe Fabian Ritter sagte damals gegenüber mehreren Medien, dass das Tier „massive Hautprobleme“ aufweise. Da sich der Buckelwal zudem über längere Zeit sehr nah an der Oberfläche aufhalte, deute auf eine Schwäche und eine schlechte Kondition hin. „Teilweise wirkt das Tier apathisch“, sagte Ritter damals. Die dänische Umweltbehörde rief die Menschen im Zuge dessen dringend dazu auf, Abstand zu dem Wal zu halten. Neue Wal-Sichtungen erinnern an „Timmy“-Odyssee Im Frühjahr war ein Buckelwal sogar bis in deutsche Gewässer geschwommen und unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit immer wieder gestrandet. Das Tier war ebenfalls in einem besorgniserregenden Zustand. Das von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannte Tier wies ebenfalls Hautprobleme und eine schlechte Konstitution auf.Eine private Initiative brachte das Tier in einer beispiellosen Rettungsaktion in einem Transportkahn in die Nordsee und setzte es dort frei. Fachleute kritisierten das damals als Tierquälerei. „Timmy“ überlebte schlussendlich nicht. Mitte Mai wurde der Meeressäuger tot vor der dänischen Ostseeinsel Anholt entdeckt und später vor Ort durch Spezialisten obduziert. (dpa, mira)
Ist es „Hartwin“?: Wal vor Heiligenhafen an deutscher Ostseeküste gesichtet
„Timmy“ war nicht der erste Buckelwal in der Ostsee. In den vergangenen Wochen war in dänischen Gewässern wieder ein offenbar kranker Wal gesichtet worden – mit Kurs auf deutsche Gewässer.







