Mit einem Gedenkkonzert erinnert der Choriner Musiksommer am 23. August an Peter Gülke, den am 26. April 2026 in Weimar verstorbenen Dirigenten und Musikwissenschaftler. Beim 3. Choriner Europa-Konzert spielt die Staatskapelle Halle unter der Leitung von Nabil Shehata, am Klavier ist András Schiff zu erleben. Auf dem Programm stehen Georg Friedrich Händels Concerti Grossi g-Moll, Franz Schuberts Symphonie Nr. 7 h-Moll „Die Unvollendete“ sowie Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur. Beginn ist um 15 Uhr, eine Konzerteinführung findet um 14.15 Uhr im Refektorium des Klosters statt.Peter Gülke, geboren am 29. April 1934 in Weimar, zählte zu den prägenden Musikpersönlichkeiten Deutschlands. Als Dirigent stand er ebenso am Pult wie er als Musikwissenschaftler und -vermittler wirkte – stets mit dem Anspruch, Werke aus präzisen Quellenstudien heraus zu erschließen. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Begründung für die Wiederholung des Scherzos in Beethovens 5. Sinfonie.
Peter Gülke, der Humanist
Die brandenburgische Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke (SPD) würdigte Gülke als Humanisten „durch und durch“. In einem Nachruf beschrieb sie ihn als Musikvermittler, der in seinen Publikumseinführungen „Zeitklang, Zeitbild und Zeitgeist“ verbunden habe. Auch als Dirigent habe er „bis zuletzt auch den Musiker am letzten Pult in Probe und Konzert von den Ergebnissen der pingelig genauen Gülke-Quellenstudien überzeugen“ können.Zu Gülkes zentralen Themen zählten die großen Meisterwerke von Mozart über Haydn, Beethoven, Schubert und Brahms bis zu Bruckner, Mahler, Schönberg und Berg. Zugleich habe er stets auch zeitgenössischen Komponisten Raum gegeben und sich für musikgeschichtliche Umbrüche interessiert, etwa für Guillaume Du Fay oder die Aufklärung in der Musik von Jean-Jacques Rousseau. 2019 erschien sein Buch „Mein Weimar“, in dem er sich mit der Geschichte seiner Geburtsstadt auseinandersetzte – von Bachs im Gefängnis komponiertem „Wohltemperierten Klavier“ über Franz Liszt bis zum Leid, das die Nationalsozialisten auf dem Ettersberg verursachten.






