Die Temperaturen in weiten Teilen Deutschlands sollen jetzt erst einmal wieder sinken. Für Menschen, die unter der jüngsten Hitze gelitten haben, sind das erfreuliche Aussichten. Schon zur Wochenmitte hatte das Wetter vor allem in Süddeutschland umgeschlagen, in Reutlingen etwa sorgten Starkregen und Hagelsturm für Stromausfälle und die vor Ort niedergegangenen, bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkörner für Schlagzeilen. In ganz Baden-Württemberg wurden Rettungskräfte zu zahlreichen Einsätzen gerufen. Am Montag wurden tennisballgroße Hagelkörner auch aus Teilen des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Den Unwettern vorausgegangen waren vielerorts mehrere heiße Tage – nachdem schon Ende Juni eine Hitzewelle das Land erfasst hatte.Gut möglich, dass es nicht der letzte massive Temperaturschub für diesen Sommer war. Dabei führe schon ein einzelner Hitzetag mit mehr als 30 Grad zu direkten betriebswirtschaftlichen Kosten von rund 431 Millionen Euro, schreibt Sara Weber in ihrer aktuellen Kolumne. Das liege vor allem daran, dass die Produktivität der Menschen sinke, wenn die Temperaturen anziehen. Einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zufolge steigen auch die Krankheitsfälle an einem durchschnittlichen Hitzetag um etwa 3,5 Prozent – halte die Hitzewelle eine Woche an, sogar um 10,8 Prozent.Weit dramatischer sind die Zahlen die das Robert Koch-Institut (RKI) jüngst herausgegeben hat: Ein eigens entwickeltes Modell besagt, dass allein die Hitzeperiode im Juni bisher zu etwa 5100 hitzebedingten Sterbefällen in Deutschland geführt habe. Möglicherweise seien die Zahlen sogar noch höher. Hitzeeinwirkung führe nur sehr selten unmittelbar zum Tod, in den meisten Fällen wirke die Hitze in Kombination mit Vorerkrankungen, schreibt das RKI. In Europa, das zeigen andere Zahlen, sollen während der Juni-Hitze rund 10.000 zusätzliche Todesfälle registriert worden sein. Das Met Office spricht für England und Wales von 2700 hitzebedingten Todesfällen für Mai und Juni – »von diesen starben schätzungsweise 42 Prozent infolge der zusätzlichen Hitze, die durch den vom Menschen verursachten Klimawandel bedingt war.«Es bleibt unverständlich, warum angesichts dieser dramatischen Zahlen nicht viel engagierter über mehr Klimaschutz, aber auch Hitzeschutz für die Städte, Krankenhäuser und Pflegeheime und Maßnahmen zur Klimaanpassung diskutiert wird. Dabei gäbe es viele konkrete Ideen, was jetzt passieren muss – fünf Lehren aus der jüngsten Hitzewelle hat meine Kollegin Susanne Götze hier aufgeschrieben.Wenn Sie mögen, informieren wir Sie einmal in der Woche über das Wichtigste zur Klimakrise – Storys, Forschungsergebnisse und die neuesten Entwicklungen zum größten Thema unserer Zeit. Zum Newsletter-Abo kommen Sie hier.
Meinung: Extremwetter in Deutschland: Was uns die Hitze kostet
Neue Daten beziffern die Folgen der jüngsten Extremtemperaturen für die Menschen und die Wirtschaft. Was jetzt passieren muss.








