PfadnavigationHomePolitikDeutschlandTrockenheitUmweltminister Schneider warnt vor „ernsthaften Konflikten“ um Wasser in DeutschlandStand: 08:02 UhrLesedauer: 2 MinutenGarten gießen, privat Auto waschen oder Pool befüllen – all das ist in München derzeit verboten. Grund ist die anhaltende Trockenheit. WELT-Reporter Philipp Röttger steht am Marienplatz in der bayerischen Landeshauptstadt.Das Thema Wasser werde in der Bundesrepublik unterschätzt, sagt Umweltminister Carsten Schneider. Besonders in Ballungsräume werde es Probleme geben. Zuletzt schränkte München den Wasserverbrauch ein.Umweltminister Carsten Schneider (SPD) warnt vor Wasserknappheit in Deutschland. „Das Thema Wasser wird unterschätzt. Deutschland war bisher ein wasserreiches Land, aber das ändert sich gerade“, sagte Schneider im Interview mit dem „Spiegel“. Es gehe jetzt darum, die Voraussetzungen zu schaffen, „dass Orte auch in 10 oder 20 Jahren noch lebenswert sind und Unternehmen weiter produzieren können. Künftig werden wir ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland“. Vor allem in Ballungsräumen werde es Probleme geben, sagt Schneider. „Nehmen wir Berlin: Die Wasserversorgung dort hängt maßgeblich von der Spree ab. Die fließt jetzt schon an manchen Tagen rückwärts. Und wir wissen, dass da in Zukunft nicht mehr genug Wasser ankommt, weil das abgepumpte Wasser aus den Braunkohletagebauen in der Lausitz wegfällt.“ Es gebe daher etwa die Idee, „einen Teil des Elbwassers über eine gewaltige Leitung in die Spree zu pumpen. Der eine oder andere in der Hauptstadt wäre sicher dafür, aber fragen Sie mal in Sachsen, Hamburg oder Tschechien nach. Wenn sich die Trockenheit verschärft, droht da ein Großkonflikt“.Lesen Sie auchIn Deutschland hatte die Stadt München zuletzt weitreichende Einschränkungen erlassen. Private Pools dürfen nicht mehr befüllt werden, auch das Rasensprengen und das Abpumpen von Wasser aus Seen und Flüssen sind verboten. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 50.000 Euro. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) begründete den Schritt damit, dass „nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling“ die Ressourcen der Münchner Wasserversorgung „derzeit äußerst strapaziert“ seien.In Deutschland mahnt der Deutsche Städtetag zum Umdenken. „Früher galt Wasser in Deutschland vielen als unbegrenzte Ressource. Dem ist nicht mehr so“, sagte Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Wasserversorgung sei zwar weiter sicher. Bund und Länder sollten aber für einheitliche Entnahmeentgelte sorgen. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Privathaushalte, sondern um die kommerzielle Wasserentnahme. Die Entgelte für Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft müssten einen Anreiz zum Sparen setzen.Lesen Sie auchDer Deutsche Landkreistag verteidigte kommunale Einschränkungen. „Hitze- und Trockenperioden nehmen in vielen Regionen zu. In solchen Situationen müssen auch private Komfortverbräuche, etwa das Befüllen von Pools, kritisch hinterfragt werden“, sagte Präsident Achim Brötel den Funke-Zeitungen. Man setze aber zunächst „auf die Einsicht und das verantwortungsbewusste Handeln der Menschen“.ll mit dpa
Trockenheit: Umweltminister Schneider warnt vor „ernsthaften Konflikten“ um Wasser in Deutschland - WELT
Das Thema Wasser werde in der Bundesrepublik unterschätzt, sagt Umweltminister Carsten Schneider. Besonders in Ballungsräume werde es Probleme geben. Zuletzt schränkte München den Wasserverbrauch ein.














