Auf einer Reise ins usbekische Taschkent vor vielen Jahren: Von einer prächtigen Medrese aus ging es wenige Schritte in ein Stadtviertel hinein. Es war heiß, weit über 30 Grad Celsius. In den Straßen sah man nur Mauern, nahezu ohne Fenster. Vor einer der Türen saßen zwei alte Männer. Der eine bat die Fremden als Gäste in das Haus hinein. Es ging in einen schattigen Innenhof, der üppig begrünt war. Ein kleiner Brunnen plätscherte in der Mitte. Sofort fielen die Temperaturen um einige Grad Celsius. Es war frisch und kühl. Auf einer langen Tafel lagen frische Melonen.
Viele Reisende machten im Orient und in südlichen Ländern ihre ersten Erfahrungen mit einer an Hitze angepassten Bauweise. Diese ähnelt sich an vielen Orten, ob in einem antiken Haus mit Atrium und Peristyl, einem marokkanischen Riad, einem andalusischen Patio. Während massive Außenmauern das Eindringen der Hitze verzögern sollen, öffnen sich die Gebäude nach innen zu einem schattigen Hof. Pflanzen und Wasserbecken – in denen auch Regenwasser aufgefangen wird – sorgen für Kühlung. Durch Öffnungen in den Dächern steigt die warme Luft nach oben (Kamineffekt).
Klimaphänomen
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