Er wird bis zu 80 Kilogramm schwer, sein Maul erinnert an einen Eimer, und auf seinem Speiseplan stehen Sardinen, Barsche, Enten und gelegentlich eine Schildkröte. Der Europäische Wels hat sich im Gardasee eingerichtet, als hätte er dort ein Dauerabo.Natürliche Feinde? Praktisch keine. Vor allem im Süden zwischen Sirmione und Lazise sitzt der Räuber inzwischen fest. Fachleute rechnen damit, dass er bald Richtung Norden zieht.
Ein Fisch, den es nur hier gibt – und der bald weg sein könnte
Besonders brenzlig wird es für den Carpione. Diese Salmonidenart kommt weltweit ausschließlich im Gardasee vor und kämpft seit Jahren ums Überleben. Für den Wels ist sie schlicht ein Gang im Menü.Und der Wels ist nicht allein: Nach Angaben des Regionalrats der Lombardei sind im Gardasee mittlerweile 45 gebietsfremde Arten unterwegs.
Angeln mit Patentino – wie beim Wildschwein
Jetzt reagiert die Region. Vorgestellt wurde das Projekt „Selecontrollo idrico e lotta alle specie alloctone“, entwickelt von vier Männern aus Brescia: Initiator Stefano Penazza, App-Entwickler Daniele Bertoloni sowie die Ingenieure Andrea Michelon und Stefano Farisè.Die Idee klingt zunächst kurios, ist aber an Land längst Alltag. Penazza erklärt gegenüber der Tageszeitung Brescia Oggi, man wolle es beim Wels ähnlich handhaben wie in der Jagd beim Wildschwein: Aus dem Angler wird ein geschulter Operateur mit Lizenz, kontrolliert und autorisiert von den Behörden.Geplant ist ein regionales Register dieser Selektionsfischer. Wer dazugehören will, absolviert Kurse. Örtliche Tauchclubs sollen Befugnisse für den Einsatz von Pressluftflaschen bekommen – Apnoetaucher und Sporttaucher inklusive.








