Diese Woche wird es erfinderisch mit dem Yaybahar und geht ritualistisch durch die Nacht mit Gnawa. Und eine neue Reihe mit Musikerinnen feiert Einstand.

Sieht ziemlich abgefahren aus, klingt elektronisch, ist aber rein akustisch: das Yaybahar von Görkem Şen

Görkem Şen

W enn man sich zu lange mit Musik beschäftigt, stellt sich manchmal ein bisschen Überdruss ein, sobald der Eindruck entsteht, dass die neuen Dinge, die einem begegnen, schon sattsam bekannt und wenig überraschend sind. Manchmal gibt es dann aber umso mehr Grund für handfestes Augen- und Ohrenreiben, wenn da etwas wirklich Neues um die Ecke kommt. Görkem Şens Yaybahar zum Beispiel. Das von dem Musiker, Instrumentenerfinder und Klangforscher über ein Jahrzehnt hinweg entwickelte Ding ist Saiten- und Schlaginstrument in einem. Vor allem jedoch erzeugt es Soundscapes, wie man sie von elektronischen Effekt- und Hallgeräten gewohnt ist.

Bei Şen ist alles handgemacht. Insbesondere durch den Einsatz von Federn kann das Yaybahar auf sehr fremdartige Weise vertraut klingen, ergänzt um Melodietöne, die schon eher an bekannte Lautenspielarten denken lassen. In dieser Kombination hat Şen wirklich etwas ziemlich Einzigartiges geschaffen. Am Freitag kann man in der Galiläakirche herausfinden, wie sich das Yaybahar in einem abendfüllenden Konzertprogramm so schlägt (Galiläakirche, 17. 7., 20 Uhr).