Da standen sie entweder regungslos wie Harry Kane. Stützten die Hände auf die Knie wie Jude Bellingham. Oder saßen auf dem Boden wie Anthony Gordon. Gar nicht mehr fähig zu einer Bewegung. Englands Fußballer wie Fans wirkten nach Schlusspfiff der historischen WM-Halbfinalniederlage gegen Argentinien (1:2) in Atlanta wie paralysiert. Auf der einen Seite tanzende, lärmende Sieger, auf der anderen Seite trauernde, schweigende Verlierer. Der Schmucktempel des US-Milliardärs Arthur Blank in der Olympiastadt von 1996 hat viele große Sportevents erlebt, aber so kontrastreiche Gefühlswelten in einer der intensivsten Rivalitäten des Weltfußballs wohl selten, weil zwei stolze Nationen mit diesem aufgeladenen Duell so viel Herzschmerz verknüpfen.
Das englische Entsetzen war mit Händen zu greifen. Kein Beatles-Klassiker „Hey Jude“ ertönte, kein Oasis-Hit „Wonderwall“ erklang – und erst recht kein Kultsong „Football’s Coming Home“, der die Sehnsucht nach dem zweiten WM-Titel seit 1966 beschreibt. Im Original war mal von „thirty years of hurts“ die Rede. Inzwischen haben sich 60 Jahre summiert, und Trainer Thomas Tuchel rechnete richtig vor: „Wir müssen wieder vier Jahre warten.“ Vielleicht wäre die gefühlt dritte Heim-EM nach 1996, 2021 mit Finalrunde in Wembley und nun 2028 in Großbritannien und Irland ein guter Anlass, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Bei der Tour durch Nord- und Mittelamerika entstand der Zusatz „with Thomas Tuchel“, doch auch der penible Deutsche ist kein Wunderheiler gegen den ewigen Schmerz.










