1,1 Millionen Babyboomer beziehen bereits vorzeitig Rente. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt: Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird die Lücke zwischen gewolltem und tatsächlichem Rentenalter weiter wachsen.
Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den Ruhestand, und viele tun es früher als politisch gewollt. Laut einer neuen Erhebung des IW, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wächst die Zahl der Frührentner unter den Babyboomern deutlich. Das läuft dem erklärten Ziel zuwider, die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Gleichzeitig hat die Bundesregierung angekündigt, die Empfehlungen ihrer Rentenkommission vollständig umzusetzen. Was die Zahlen bedeuten, warum das Problem drängend ist und was sich ändern könnte.
Wie viele Babyboomer gehen vorzeitig in Rente?
Insgesamt gab es 2024 in Deutschland 19,3 Millionen Babyboomer, also Menschen aus besonders geburtenstarken Jahrgängen zwischen 1946 und 1969. Rund 6 Millionen von ihnen bezogen bereits eine Altersrente. 1,1 Millionen davon gingen vorzeitig in den Ruhestand, also vor der Regelaltersgrenze. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist deutlich: 2023 waren es noch rund 4,5 Millionen Babyboomer in Altersrente, davon 0,9 Millionen vorzeitig. Dass die Zahlen so sprunghaft stiegen, liegt unter anderem daran, dass 2024 der Geburtsjahrgang 1958 das Renteneintrittsalter erreichte. In den Zahlen sind auch Altersrenten für Schwerbehinderte enthalten. Das IW erwartet, dass sich die steigende Inanspruchnahme der Frührente weiter fortsetzt, wenn sich an den politischen Rahmenbedingungen nichts ändert.










