Eine Aktivistin kommt in Sicherungshaft, weil sie ihren Gerichtsprozess verpasst. Das lag allerdings daran, dass sie sich in Polizeigewahrsam befand.
Die Aktivistin Emma Dorow steht mit Name und Gesicht zu ihren Protestaktionen
Judith Beadle
Stellen Sie sich vor, Sie kommen in den Knast, weil Sie ihren Gerichtstermin verpassen, weil die Polizei sie verhaftet hat. Was abstrus klingt, ist so laut der Gruppe Peacefully Against Genocide tatsächlich der Klima- und Menschenrechtsaktivistin Emma Dorow passiert.
Was ist geschehen? Am Montag wurde Dorow in Moabit vor ihrer Haustür von der Polizei aufgegriffen und in eine sogenannte Sicherungshaft gesteckt. Der Grund: Sie hatte am 26. März um 9 Uhr morgens in Nürnberg einen Gerichtstermin verpasst, wo sie sich wegen einer Flughafenblockade der Letzten Generation verantworten sollte. Dorow saß allerdings am Vortag bis in die Abendstunden hinein im Gewahrsam der Berliner Polizei, weil sie mit der Gruppe Peacefully Against Genocide das Dach der Rheinmetall-Fabrik im Wedding besetzt hatte, um gegen Waffenexporte nach Israel zu protestieren. Laut der Gruppe dauerte der Gewahrsam so lange, dass sie nicht mehr rechtzeitig mit dem Zug nach Nürnberg fahren konnte.







