In New York ist das Gerippe eines Tyrannosaurus rex, des Königs unter den Dinosauriern, für über 50 Millionen Dollar versteigert worden – dem höchsten je für einen Dino bezahlten Preis.15.07.2026, 15.42 Uhr3 LeseminutenRund 11 Meter lang und bis zu 3,8 Meter hoch: Der T. rex Gus erzielte den Rekordpreis von 50,1 Millionen Dollar.Matthew ShermanEr ist 67 Millionen Jahre alt und würde auf den Namen Gus hören, wäre er nicht seit Äonen tot. Eine schiere Ewigkeit verbrachte Gus in der Erde einer Ranch in South Dakota, USA, bevor er vor wenigen Jahren entdeckt wurde. Der Viehzüchter Gary Licking stiess auf vereinzelte Spuren des Tyrannosaurus rex in Gestalt von Zähnen und kleineren Knochenfragmenten, die an der Erdoberfläche zum Vorschein kamen. Er erkannte das Potenzial von wissenschaftlicher Bedeutung, das in seinem Boden schlummerte.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Prachtsexemplar wurde im Andenken an Gary «Gus» Licking benannt, der nach Beginn der Ausgrabungen verstarb. Gus ist eines der grössten und vollständigsten jemals entdeckten Tyrannosaurus-rex-Exemplare. Jetzt wurde er beim Auktionshaus Sotheby’s in New York für die Rekordsumme von 50,1 Millionen Dollar versteigert. Damit ist er auch der teuerste auf dem Auktionsmarkt angebotene Saurier. Den bisherigen Rekord hielt ein Stegosaurus, der 2024 bei Sotheby’s 44,6 Millionen Dollar erzielte und heute als Leihgabe im American Museum of Natural History in New York zu sehen ist.Knochen mit VerletzungenDrei Jahre lang nahm die Bergung von Gus, oder was von ihm übrig war, in Anspruch. Es folgten weitere drei Jahre Laborarbeit, in denen die Fossilien aus dem Gestein extrahiert, gereinigt und präpariert wurden. Anschliessend wurde jedes einzelne Stück identifiziert und katalogisiert, bevor Gus wieder zusammengesetzt werden konnte.Der Aufwand nach höchsten wissenschaftlichen Standards hat sich gelohnt. Die 183 fossilen Knochenelemente machen gut 61 Prozent des Skeletts aus. Der T. rex Gus verfügt auch über zwei sehr gut erhaltene Füsse. Damit gehört er zu den vollständigsten je gefundenen T.-rex-Dinos. Mit einer Körperlänge von rund 11,6 Metern und einer Höhe von bis zu 3,8 Metern ist er auch einer der grössten.Mit über 60 Prozent Originalknochen ist der T. rex Gus einer der besterhaltenen Funde.Matthew ShermanAllein der Schädel besteht aus etwa 82 Prozent seiner Knochen, einschliesslich fast aller der ursprünglich rund sechzig spitzen Zähne – den mächtigsten, die je ein Raubtier besessen hat. Ein T. rex hat mehrere hundert Kilogramm Fleisch pro Tag gefressen, davon allerdings das meiste in Aasform. Die enorme Beisskraft ermöglichte es ihm aber auch, Knochen zu zerteilen und so an das nährstoffreiche Knochenmark zu gelangen.Überdies erzählen die Knochen von Gus einiges über sein Leben. So weist der Schädel pathologische Veränderungen auf, die auf Verletzungen zurückgehen, welche sich Gus zu Lebzeiten zugezogen hatte. Frakturen und verheilte Knochen sind zudem an mehreren Rippen und im Unterbauch erkennbar. Darüber hinaus dürften sich Aasfresser an dem T. rex gütlich getan haben, nachdem er verendet war. Das lassen deutliche Bissspuren an verschiedenen Knochenteilen erkennen.Hohe Seltenheit – hoher PreisObwohl einst bis zu zweieinhalb Milliarden T.-rex-Raubsaurier, verteilt über zwei Millionen Jahre und 127 000 Generationen, die Erde unsicher gemacht haben sollen, sind Dinosaurierexemplare wie der T. rex Gus äusserst selten. In den vergangenen 122 Jahren gab es gerade einmal 32 solche Funde. Viele davon bestehen lediglich aus einem einzigen Knochen. Die erste Ausgrabung von Überresten eines Tyrannosaurus rex erfolgte 1902 durch den amerikanischen Paläontologen Barnum Brown, der sich als Mr. Bones einen Namen machte.Rechtfertigt die Seltenheit aber den hohen Preis von 50 Millionen? Ein Vergleich: Vor drei Jahren wurde in Zürich das Skelett des Tyrannosaurus rex mit dem Namen Trinity versteigert – für 4,8 Millionen Franken. Trinity – der Name lässt es anklingen – besteht allerdings aus den Knochen von drei verschiedenen Raubsauriern, die zwischen 2008 und 2013 an drei Grabungsstellen geborgen wurden.