Die amerikanische Immigrationsbehörde ICE hat nach zwei tödlichen Vorfällen in den vergangenen Tagen ihre Verkehrskontrollen auf der Suche nach illegalen Einwanderern eingeschränkt. Wie amerikanische Medien am Dienstag übereinstimmend berichteten, habe es eine Anweisung an die Beamten gegeben, in fast allen Fällen auf Festnahmen bei Verkehrskontrollen zu verzichten. Ein ICE-Sprecher sagte, man überprüfe die Vorgehensweisen ständig und werde ansonsten „keine Taktiken offenlegen oder erörtern“.In der vorigen Woche hatten Beamte einen mexikanischen Staatsbürger in Houston und am Montag einen Kolumbianer im Bundesstaat Maine erschossen. In beiden Fällen gab das Heimatschutzministerium an, die Männer hätten sich den Anweisungen der Beamten widersetzt und wollten fliehen. Im Fall in Houston habe der Mann versucht, sein Fahrzeug als Waffe gegen die Beamten einzusetzen. In Maine hätten die ICE-Mitarbeiter Sorge um die öffentliche Sicherheit gehabt, wenn es dem Mann gelungen wäre, mit seinem Fahrzeug mit erhöhter Geschwindigkeit zu fliehen. Nach beiden Vorfällen gab es Mitteilungen, die Opfer seien nicht die eigentlichen Ziele der Kontrollen gewesen.Wie die „New York Times“ berichtete, haben Bundesbeamte während des Vorgehens gegen illegale Einwanderer seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit in mindestens 22 Fällen auf Leute geschossen. Dabei seien sechs Menschen getötet worden, drei davon amerikanische Staatsbürger. In fast allen Fällen hätten die Beamten dabei in Fahrzeuge geschossen. Die Vorfälle resultieren unter anderem aus einem veränderten Vorgehen der Behörden seit Januar 2025. Vorher wurden illegale Einwanderer vor allem in Gefängnissen von ICE in Gewahrsam genommen. Wegen der Forderung der Trump-Regierung nach höheren Abschiebezahlen intensivierte die Behörde ihr Vorgehen, für das die Beamten aber nicht immer ausreichend ausgebildet wurden.Bislang 18 Mexikaner gestorbenOrganisationen für die Rechte von Migranten machen auch ein Klima der Angst für die Vorfälle verantwortlich. Wegen des Vorgehens von ICE fürchteten viele Migranten jeglichen Kontakt mit der Behörde. Dies könnte auch bei einem weiteren Todesfall am Dienstag eine Rolle gespielt haben. Vier Männer seien an einer Tankstelle in Florida aus einem Fahrzeug geflohen, um der Begegnung mit ICE-Beamten zu entgehen, teilte die zuständige Verkehrspolizei mit. Ein Mexikaner sei auf die Fahrbahn gelaufen, von einem Sattelzug erfasst worden und gestorben.Der Mann ist damit der 18. Mexikaner, der im Zusammenhang mit dem verstärkten Vorgehen der US-Behörden gegen illegale Einwanderer seit Januar 2025 ums Leben gekommen ist. Schon am Montag hatte deswegen die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum mitgeteilt, die Justizminister der amerikanischen Bundesstaaten seien formal aufgefordert worden, die Todesfälle aufzuklären. Eine gleichlautende Forderung werde an das Justizministerium in Washington gesandt. Die Vereinigten Staaten sind allerdings nicht dazu verpflichtet, dem nachzukommen.Wie der mexikanische Außenminister sagte, habe die Regierung außerdem Briefe an amerikanische Haftanstalten gesandt, in denen – bislang vierzehn – mexikanische Migranten ums Leben gekommen sind. In den Schreiben fordere die mexikanische Regierung, „die Handlungen oder Unterlassungen, die zu diesen Todesfällen geführt haben, unverzüglich einzustellen“. Auch forderte sie den UN-Hochkommissar für Menschenrechte auf, er solle Informationen über die Todesfälle von den US-Behörden einholen und beurteilen, ob sich das Land an seine menschenrechtlichen Verpflichtungen halte.
Nach Todesfällen: ICE will weniger Verkehrskontrollen durchführen
In Florida ist wieder ein Mann im Zusammenhang mit dem Vorgehen der Immigrationsbehörde ICE ums Leben gekommen. Die Behörde soll nun ihre Kontrollen einschränken.











