Die Bundesregierung und die staatliche Förderbank KfW haben im ersten halben Jahr seit Gründung des sogenannten Deutschlandfonds bereits mehrere Hundert Millionen Euro zur Unterstützung junger Unternehmen, zur Stärkung der Wirtschaftssicherheit und für den Umbau der Energieversorgung zur Verfügung gestellt. Das geht aus einer Zwischenbilanz hervor, die das Finanz- und das Wirtschaftsministerium am Mittwoch gemeinsam mit der KfW vorlegten. Genaue Zahlen dazu, wie viel Geld der Staat eingesetzt hat und in welchem Umfang damit private Investitionen ausgelöst wurden, soll es allerdings erst im Dezember geben.Der Deutschlandfonds ist ein Konstrukt aus vielen Einzeltöpfen und -programmen, mit denen der Bund strategisch wichtige Branchen wie etwa Energie, Künstliche Intelligenz (KI), Deep Tech und Verteidigung gezielt unterstützen will. Dafür stellt er eine „temporäre Anschubfinanzierung“ von bis zu 30 Milliarden Euro bereit, wobei es sich neben direkten Beteiligungen vor allem um Kreditgarantien handelt. Auf diesem Wege sollen private Investitionen in einem Volumen von 130 Milliarden Euro angestoßen werden. Ziel ist es, die Wirtschaft moderner, wettbewerbsfähiger und resilienter zu machen und aufstrebenden Firmen das notwendige Kapital für ihr Wachstum anzubieten. Bisher wandern solche Unternehmen aus Geldnot nicht selten etwa in die USA aus.Fördergelder gibt es für die Firmen Isar Aerospace, Quantum Systems und Proxima FusionZu den Projekten, die seit dem Start der Initiative bereits umgesetzt wurden, zählen zwei Rohstoffvorhaben, die Deutschland unabhängiger von Lieferungen aus politisch kritischen Staaten wie China machen sollen. So stellte die KfW 150 Millionen Euro Eigenkapital für die klimaneutrale Lithiumförderung des Unternehmen Vulcan Energy Resources sowie 50 Millionen für ein Projekt zur Förderung von Seltenen Erden der Firma Arafura Rare Earths zur Verfügung. Darüber hinaus ist vorgesehen, den unter dem Dach des Deutschlandfonds angesiedelten Rohstofffonds auf 1,5 Milliarden Euro aufzustocken, um bis zum Jahr 2030 rund 15 weitere Projekte anschieben zu können.Im Bereich der sogenannten Scale-ups, also junge Unternehmen, die bereits erfolgreich am Markt sind, für die notwendige Expansion aber dringend Kapital brauchen, kann der Bund bisher drei konkrete Projekte vorweisen, die mit seiner Hilfe vorangetrieben wurden. So beteiligte sich die KfW an Finanzierungsrunden der Firmen Isar Aerospace, Quantum Systems und Proxima Fusion, die in den Bereichen Raumfahrt, Drohnenproduktion beziehungsweise Fusionskraftwerke tätig sind. Zudem hat die Förderbank bereits 185 Millionen Euro für mehrere Wagniskapitalfonds zugesagt, die ihrerseits in junge, innovative Tech-Unternehmen etwa aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Bio-Tech investieren.Ziel aller Maßnahmen sei es, „dass die besten Ideen in Deutschland entstehen und hier auch groß gemacht werden“, sagte Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil. „Außerdem investieren wir in unsere Sicherheit, Resilienz und Unabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen.“ Damit mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde, arbeite der Bund zusammen mit der KfW zudem an der Errichtung eines Wohnungsbaufonds.