In Europa sind immer weniger Kinder völlig ungeimpft, doch die Zahl jener, die keinen oder keinen vollen Impfschutz gegen Infektionskrankheiten haben, sei weiterhin groß, berichten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Auch in Deutschland gibt es demnach erhebliche Lücken.Die beiden Organisationen legten am Mittwoch Zahlen für das Jahr 2025 und die WHO-Europaregion vor. Diese geht über die Europäische Union und auch über die Grenzen des Kontinents hinaus. 53 Länder gehören dazu, darunter die Türkei, Turkmenistan und Israel. Gut die Hälfte der gar nicht geimpften Kinder lebt in vier Ländern: Kasachstan, Türkei, Großbritannien und Aserbaidschan. In Deutschland sind 21 000 Kinder ungeimpft; Verbesserungsbedarf sieht die WHO hier zudem insbesondere bei der Impfung gegen Humane Papillomviren. Eine mögliche Folge der Infektion mit diesen Viren ist Gebärmutterhalskrebs. 55 Prozent der Mädchen in Deutschland sind laut WHO voll gegen HPV geimpft. Das ist mehr als der regionale Durchschnitt (41 Prozent), aber die WHO vergibt erst ab mindestens 90 Prozent Impfrate gute Noten.Insgesamt waren 2025 in den 53 Ländern der WHO-Europaregion etwa 566 000 Kinder ohne jeden Impfschutz. Das sind 43 000 Kinder weniger als im Jahr zuvor. 258 000 weitere Kinder waren nur unzureichend geschützt.Ein Problem sieht die WHO auch in Falschinformationen über ImpfrisikenUngeimpfte Kinder bezeichnet die WHO als „Zero-dose Children“, also solche mit null Impfdosen. Damit sind nach WHO-Definition Kinder gemeint, „die keinen Zugang zu routinemäßigen Impfdiensten haben oder von diesen nie erreicht werden“. Als Indikator dafür dient die Zahl der Kinder, die schon die erste Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP1) nicht erhalten haben. Sie gehört zu den ersten Impfungen, die Babys bekommen. In der WHO-Europaregion lag die Impfrate hier bei 94 Prozent, so wie im Jahr davor. Im Jahr 2019, also vor der Corona-Pandemie, waren es noch 96 Prozent gewesen. Rund 92 Prozent der Kinder bekamen – ebenso wie im Jahr davor – mindestens die erste Dosis der Masernimpfung. Auch hier war die Quote im Jahr 2019 noch höher gewesen, nämlich bei 94 Prozent.Als Problem identifiziert die WHO unter anderem Falschinformationen über Risiken beim Impfen. „Impfstoffe haben in den letzten fünf Jahrzehnten mehr als 150 Millionen Menschenleben gerettet“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bereits im vergangenen Jahr. Aber auch weitere Entwicklungen bereiten den UN-Organisationen Sorgen. So seien in zahlreichen Konfliktgebieten Impfprogramme eingeschränkt worden. Und weil reichere Staaten ihre Entwicklungshilfe gekürzt hätten, fehlten in betroffenen Ländern nun die benötigten Mittel.
21 000 ungeimpfte Kinder in Deutschland: WHO-Bericht 2025
Auch bei der HPV-Impfung gibt es Lücken. WHO und UNICEF warnen vor Risiken durch Fehlinformationen.












