Enttäuschende Geschäftszahlen von IBM und zurückhaltende Aussagen des Chefs Arvind Krishna (64) belasteten in der Nacht auf Mittwoch massiv den Aktienkurs des IT-Urgesteins und drückten in der gesamten Branche auf die Stimmung. Die IBM-Papiere brachen um mehr als 25 Prozent ein, was dem höchsten Tagesverlust aller Zeiten für die Aktien entsprach und einen Verlust von 69 Milliarden Dollar bedeutete. Das Kursminus seit Jahresbeginn beträgt knapp 27 Prozent. Auch Konkurrenten wie Microsoft und SAP bekamen die Folgen des Kursrutsches zu spüren.
Das IT-Unternehmen hat im zweiten Quartal ein verändertes Ausgabeverhalten von Kunden zu spüren bekommen. Der Konzernumsatz legte zwar leicht zu, verfehlte aber deutlich die Erwartungen von Analysten.
Preise für Speicherchips sprangen zuletzt in die HöheDie Kunden hätten in den letzten Juni-Wochen ihre Ausgaben von IBM-Produkten auf Server, Speicher und Speicherchip-Käufe verlagert, schrieb CEO Krishna in einem Brief an die Aktionäre. Damit hätten sie erwarteten Preiserhöhungen wegen Engpässen vorgegriffen. Zwar habe IBM gewisse Belastungen infolge der Lieferketten einkalkuliert, aber das Ausmaß dieser Neuausrichtung der Investitionsausgaben habe es nicht vorhergesehen. So sprangen die Preise für Speicherchips in die Höhe, weil diese Teile für den rapiden Aufbau von KI-Rechenzentren gebraucht werden. Die Anleger sorgen sich nun, dass neue KI-Investitionen traditionelle Technologieausgaben in den Unternehmensbudgets verdrängen werden. Der Kundenstamm des Unternehmens besteht überwiegend aus Finanzdienstleistungsunternehmen.










