Die KI-Hausse treibt das Geschäft von ASML immer weiter an. Der niederländische Chipmaschinenhersteller erhöht zum zweiten Mal in kurzer Zeit seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr. Damit verfestigen sich die Anzeichen, dass die Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz (KI) und andere Anwendungen nach Ausbruch des Irankriegs ungebrochen bleibt. Am Montag hatte der zweite große Branchenindikator, der Chiphersteller TSMC, einen andauernden Aufwärtstrend signalisiert: Er meldete gut ein Drittel mehr Umsatz für das zweite Quartal.Detaillierter will TSMC sich am Donnerstag zum Verlauf des zweiten Quartals äußern. Der Konzern aus Taiwan ist einer der wichtigsten ASML-Kunden, er ist der größte Auftragschiphersteller der Welt und beliefert Nvidia, Apple und andere Großkonzerne der IT-Branche. ASML liefert die technisch besonders anspruchsvollen Maschinen auf Basis extremen UV-Lichts (EUV), welche die modernsten Hochleistungschips produzieren. Auf die Geräte, die so groß sind wie ein Linienbus und je Stück Hunderte Millionen Euro kosten, hat der Konzern ein Technikmonopol.Der Aktienkurs reagierte positiv auf die Nachrichten, die am Mittwochmorgen aus dem südniederländischen Veldhoven kamen: Er zog im frühen Handel um gut fünf Prozent auf 1640 Euro an. Mit mehr als 600 Milliarden Euro Börsenwert ist ASML der mit Abstand teuerste Wert im europäischen Aktienindex Stoxx 600 Europe.Konzern baut die Kapazität stark ausASML steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um ein Fünftel gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres auf 9,3 Milliarden Euro und den Nettogewinn um ein Viertel auf 2,9 Milliarden – beide Kennzahlen übertrafen die Erwartungen, die Analysten zuvor in Umfragen im Durchschnitt angegeben hatten. Die starke Nachfrage aus dem KI-Sektor glich die Unsicherheit im China-Geschäft mehr als aus. Der Fortschritt der KI und laufende Investitionen in die Technologie trieben den Bedarf an und stärkten die Wachstumsaussichten der Branche, ließ sich Vorstandsvorsitzender Christophe Fouquet zitieren. „Unsere Kunden beschleunigen ihre Pläne zum Kapazitätsausbau.“ASML rechnet daher nun für das laufende Jahr mit einem Umsatz von 43 bis 45 Milliarden Euro statt wie bisher mit 36 bis 40 Milliarden Euro. Im April hatte der Konzern die Spanne schon einmal angehoben, von zuvor 34 bis 39 Milliarden Euro. „Unser Auftragseingang blieb im ersten Halbjahr extrem hoch“, ließ sich Fouquet weiter zitieren. Bis vor Kurzem hatte das Unternehmen diese Kennzahl noch konkret veröffentlicht, letztmalig für das Schlussquartal 2025. Der Wert hat den Börsenkurs in der Vergangenheit immer wieder stark beeinflusst, nach unten wie nach oben. Nach Ansicht des Konzerns ist er zu schwankungsanfällig, weswegen er den Ordereingang nicht mehr beziffern will.ASML wird nach eigener Einschätzung in diesem Jahr 65 EUV-Maschinen ausliefern. Dabei sind noch nicht eingerechnet die Geräte der ganz neu auf den Markt gekommenen Version („High-NA-EUV“), wie sie der Chipkonzern Intel als einer der Pionierkunden gerade in den Betrieb genommen hat.Der Verkauf der Maschinen der zweitmodernsten Technikgeneration – der sogenannten DUV-Geräte – hat, anders als eine Zeitlang erwartet, wieder angezogen. ASML werde in diesem Jahr voraussichtlich 130 dieser Maschinen ausliefern und damit so viele wie im Vorjahr, sagte Fouquet in einem firmeneigenen Interview auf der Website. Das Unternehmen sei für EUV-Maschinen bis Ende kommenden Jahres ausgebucht – und das, obwohl ASML die Kapazität hier 2027 um etwa 30 Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr ausweiten werde. In ähnlichem Ausmaß soll die Kapazität der DUV-Produktion wachsen. Für 2028 gebe es schon „eine große Zahl“ an Aufträgen für EUV, weswegen der Konzern prüfe, die Kapazität in jenem Jahr um nochmals 30 Prozent auszuweiten, sagte Fouquet.ASML darf EUV-Maschinen und auch bestimmte andere moderne Maschinen nicht nach China ausliefern; die Regierung in Den Haag verweigert auf Druck der USA die entsprechenden Genehmigungen. Die US-Regierung soll nach Medienberichten dem Konzern gegenüber den Verdacht geäußert haben, EUV-Maschinen könnten dennoch nach China gelangt sein. ASML gibt an, nie ein solches Gerät oder Teile dafür in das Land geliefert zu haben.China war bis vor Kurzem trotz der Ausfuhrbeschränkungen der größte Einzelmarkt für ASML. Im Schlussquartal 2025 lag der Anteil am Umsatz bei mehr als einem Drittel, im ersten Quartal sank er auf etwa ein Fünftel – womit ASML jetzt auch dauerhaft kalkuliert. Im zweiten Quartal lag der Anteil allerdings mit etwa einem Siebtel allerdings deutlich darunter. Südkorea und Taiwan haben China als größte Märkte überholt.
KI-Boom treibt Nachfrage: Chiphersteller ASML erhöht schon wieder die Prognose
Der niederländische Konzern ist ein zentraler Indikator für die Halbleiterbranche und signalisiert: Der KI-Boom treibt die Nachfrage nach Chips unverändert an. Anlegern eröffnet das neue Chancen.











