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Iran-Krieg: Eskalation am Golf treibt Ölpreise und verschreckt Anleger Nach US-Angriffen auf den Iran kündigt Trump eine Seeblockade an. Der Ölpreis steigt um knapp fünf Prozent.

14.07.2026 - 13:14 Uhr In der Straße von Hormus sind Tanker und Frachtschiffe zu sehen. Foto: Uncredited/AP/dpaAn den europäischen Börsen sind Anleger angesichts der rasant steigenden Ölpreise im Zuge der Eskalation des US-Iran-Konflikts in Deckung gegangen. Dax und EuroStoxx50 gaben am Dienstag jeweils knapp ein Prozent auf bis zu 24.905 Punkte und 6212 Zähler nach.„Die Straße von Hormus bleibt der Taktgeber für Ölpreis, Inflation und Börsen“, kommentierte Jürgen Molnar, Kapitalmarktexperte bei Robomarkets. „Jede neue Schlagzeile erhöht die Nervosität und macht die wichtigste Ölroute der Welt wieder zum entscheidenden Risikofaktor für die Finanzmärkte.“Das Tauziehen um die wichtige Schifffahrtsstraße trieb die Ölpreise auf ein Vier-Wochen-Hoch. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um knapp fünf Prozent auf bis zu 87,38 Dollar je Barrel. Am Montag hatte Brent bereits um 9,6 Prozent zugelegt und damit den größten Tagesgewinn seit Mai 2020 erzielt. US-Präsident Donald Trump setzte eine Blockade des iranischen Schiffsverkehrs wieder in Kraft und kündigte eine Gebühr von 20 Prozent für die Bewachung von Schiffen an, die die Straße von Hormus passieren.Die USA haben in der Nacht zum Dienstag zum dritten Mal in Folge Ziele im Iran angegriffen und damit den Konflikt am Persischen Golf erheblich verschärft. Inmitten der Angriffe wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Tanker des Landes von zwei iranischen Marschflugkörpern getroffen. Schifffahrtsdaten zeigten zudem, dass die Zahl der Tanker, die die Straße von Hormus passieren, auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten gefallen ist.„Die entscheidende Variable, die es zu beobachten gilt, ist die physische Bewegung von Rohöl durch die Straße von Hormus“, sagte Analystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. Jede nennenswerte Blockade des Tankerverkehrs würde wahrscheinlich einen weiteren Anstieg der Ölpreise auslösen.Liveblog Libanon und Israel verhandeln über Truppenabzug Live-BlogWarten auf US-Inflation und Bank-BilanzenVor diesem Hintergrund warteten Anleger mit Spannung auf die am Nachmittag anstehenden US-Inflationszahlen. „Gerade im aktuellen Umfeld wird die US-Inflationsrate für den Juni heute noch genauer verfolgt werden“, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Volkswirte rechnen mit einer Teuerungsrate von 3,8 Prozent, nach 4,2 Prozent im Mai. Mehr Klarheit zum künftigen Kurs der US-Notenbank Fed erhofften sich Börsianer vom Auftritt des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh im US-Kongress. „Auch wenn er grundsätzlich eher für weniger Kommunikation steht, dürften einige Hinweise dabei sein“, konstatierte Michael Pfister, Analyst bei der Commerzbank.Für Verunsicherung hatte am Montagabend Fed-Direktor Christopher Waller gesorgt. Dieser hatte vor Wirtschaftsvertretern in New York erklärt, die US-Notenbank müsse die Zinsen möglicherweise „in naher Zukunft“ anheben, sollte die Inflation weiterhin deutlich über dem Ziel von zwei Prozent verharren. An den Finanzmärkten zogen daraufhin die Wetten auf eine Zinserhöhung an: Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt auf der Fed-Sitzung im Juli kletterte auf 43 Prozent von 34 Prozent am Vortag.Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft erhofften sich Investoren auch von den anstehenden Zahlen der US-Banken. Im Tagesverlauf legen fünf große US-Geldhäuser ihre Zahlen für das zweite Quartal vor und geben damit den Startschuss für die US-Bilanzsaison. IHapag-Lloyd profitiert von FrachtratenBei den Einzelwerten zogen die Aktien von Hapag-Lloyd zeitweise um mehr als acht Prozent an, nachdem die Hamburger Containerreederei dank einer starken Nachfrage und gestiegener Frachtraten ihre Gewinnprognose angehoben hat. „Die Anhebung der Prognose kommt nicht unerwartet, doch die neue Spanne liegt über dem aktuellen Konsens“, sagte ein Händler. Auch BP profitierte Anfang des Jahres vom Anstieg der Ölpreise im Zuge des Konflikts mit dem Iran. Die Aktien des Ölkonzerns stiegen mehr als drei Prozent, nachdem das Unternehmen einen höheren Gewinn auch im zweiten Quartal in Aussicht gestellt hat.Eine Warnung vor steigenden Kosten und ein Umsatzdämpfer machten dagegen Ericsson zu schaffen. Die Aktien des schwedischen Netzwerkausrüsters brachen zeitweise mehr als zehn Prozent ein und steuerten damit auf den schwärzesten Tag seit Januar 2025 zu. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick