Der Ölmarkt reagiert nervös: Trump kündigt die Waffenruhe mit IranNach Angriffen auf Tanker in der Strasse von Hormuz schlägt das amerikanische Militär gegen Iran zurück. Trump bezeichnete den Waffenstillstand als Zeitverschwendung. Die Eskalation weckt bei Anlegern erneut Zweifel über die Versorgungssicherheit.08.07.2026, 13.45 Uhr3 LeseminutenDie Lage am Golf eskaliert wieder, der Ölpreis steigt: Ein Mann am Hafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Juli 2026.ALI HAIDER / EPADer Konflikt zwischen den USA und Iran flammt erneut auf. Als Reaktion auf den Beschuss dreier Handelsschiffe in der Strasse von Hormuz griffen die USA in der Nacht auf Mittwoch über 80 Ziele in Iran an. Dann erklärte der amerikanische Präsident Donald Trump die Waffenruhe mit Teheran für beendet.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Als Reaktion darauf stieg der Ölpreis um mehr als 6 Prozent auf 79 Dollar pro Fass. Für die europäische Referenzsorte Brent ist dies der höchste Stand seit gut zwei Wochen. Steigende Rohstoffpreise sind für die Weltwirtschaft ein Risiko, denn sie können die Teuerung befeuern und das ohnehin schon schwache Wirtschaftswachstum in Europa dämpfen.Nach Ausbruch des Krieges Ende Februar war der Erdölpreis zeitweise auf über 126 Dollar pro Fass gestiegen. Da die Schifffahrt durch die Strasse von Hormuz wegen der Gefechte zum Erliegen kam, fiel etwa 15 Prozent des globalen Erdölangebots aus. Mitte Juni besiegelten die USA und Iran jedoch eine Waffenruhe, womit der Brent-Preis wieder fiel. Dahinter stand die Hoffnung der Anleger auf eine Entspannung der Versorgungssituation.Das ist nun vorbei. Um den Druck auf Teheran zu erhöhen, widerrief Washington die Genehmigung für die iranischen Erdölverkäufe, die Waffenruhe nannte er am Mittwoch auf dem Nato-Gipfel in Ankara eine «Zeitverschwendung».Auch Teheran hält das Abkommen inzwischen für nichtig. Der Entzug der Genehmigung für den sanktionsfreien Ölverkauf sowie die israelischen Angriffe im Libanon hätten Teile des Abkommens ausser Kraft gesetzt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf das iranische Aussenministerium berichtete.Das endgültige Scheitern des Abkommens spiegelt eigentlich nur die Gegebenheiten vor Ort wider: Die Lage am Golf war trotz Vereinbarung prekär. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge nam zwar ab Mitte Juni zu, wie Zahlen des britischen Branchenportals Lloyd’s List Intelligence zeigen. Doch die Durchfahrten liegen noch immer deutlich unter dem Vorkrisenniveau, nicht zuletzt weil jeder Transit gefährlich ist.Schiffe konnten entweder auf einer nördlichen Route durch iranische Gewässer fahren, oder entlang der Küste Omans im Süden. Dazwischen hatte Iran Seeminen verlegt. Die International Maritime Organization (IMO) schätzt deren Anzahl auf etwa 80.Die Hoheit über die neuralgische Meerenge blieb zutiefst umstritten, und wurde auch mit der Vereinbarung vom Juni nicht abschliessend geregelt. Vor Kriegsbeginn war die Strasse von Hormuz für alle Schiffe frei befahrbar, doch dann entdeckte Iran das Nadelöhr als Druckmittel für sich: Die regimetreuen Revolutionswächter verminten einen Teil des Gewässers und führten ein Mautsystem ein.Die USA und die arabischen Staaten am Golf wollen die frei Schifffahrt wieder etablieren. Das Abkommen verpflichtete Teheran jedoch nur dazu, Schiffen für einen Zeitraum von 60 Tagen eine gebührenfreie Passage zu gewähren.Für die Weltwirtschaft sind die Ereignisse am Golf ein Rückschlag. Zwar hatten sich viele Industrieländer in den vergangenen Monaten trotz dem Lieferstopp aus Nahost erstaunlich gut geschlagen, nicht zuletzt dank umfangreicher Reserven und Exporten aus den USA. Doch Experten hatten gewarnt, dass die Lagerbestände bis Mitte Sommer erschöpft sein könnten. Eine Eskalation des Konflikts am Golf könnte die Rohstoffengpässe erneut verschärfen.Passend zum Artikel
Der Ölpreise steigt: Trump erklärt Waffenruhe mit Iran für gescheitert
Nach Angriffen auf Tanker in der Strasse von Hormuz schlägt das amerikanische Militär gegen Iran zurück. Trump bezeichnete den Waffenstillstand als Zeitverschwendung. Die Eskalation weckt bei Anlegern erneut Zweifel über die Versorgungssicherheit.










