PfadnavigationHomeSportFußballWMJürgen KloppWerbestar auf dem PrüfstandStand: 10:30 UhrLesedauer: 4 MinutenBeliebt als Werbefigur: Der designierte Bundestrainer Jürgen KloppQuelle: Jan Woitas/dpaJürgen Klopp verzichtete einst bei einem Sponsorendeal auf Geld und wollte nur das coole Outfit. Inzwischen ist der designierte Bundestrainer eine beliebte Werbefigur. Doch seine Partner treffen nun auf die Interessen des DFB – und dessen Geldgeber.Aktuell trägt er Adidas. Aber als er vor 25 Jahren, da war er Trainer des damaligen Zweitligisten 1. FSV Mainz 05, noch keinen Werbevertrag besaß, wurde Jürgen Klopp bei Nike vorstellig. Er schlug dem Sportartikelhersteller vor, auf Geld des US-Riesen zu verzichten und stattdessen einfach die Kleidung zu tragen, die er am coolsten fand.Die Geschichte wird immer mal wieder erzählt, wenn es um die Anfänge von Klopp in der Fußballbranche geht. Also von jener Zeit, in der der 59-Jährige nur einer unter vielen war – und nicht so eine markante und für die Werbeindustrie so interessante Persönlichkeit, die er inzwischen ist.Lesen Sie auchDenn wohin es sich entwickelt hat, ist kaum zu übersehen. Jürgen Klopp ist eine Marke. Ob Getränke, Versicherungen, Dübel, Autos, Banken, Schokoriegel, Sportausrüster, Urlaubsportale, Gesichtspflege oder Elektrofachhandel – Klopp war und ist das Gesicht vieler Unternehmen und hat damit sehr viel Geld verdient. „Ein Trainer als menschgewordene Werbebande“, schrieb der „Spiegel“ mal.Ärger mit neuem DFB-Ausrüster Nike wird es nicht gebenWie passt eine solche Zuschreibung zu einem, der sich selbst mal als „The Normal One“ bezeichnet hat? Und vor allem: Wie passt sie zum Job als Bundestrainer? Die Rolle als Markenbotschafter von Red Bull passt nach Meinung vieler jedenfalls nicht dazu, schon gar nicht an der Seitenlinie.Doch der bis vor wenigen Tagen noch angedachte Lösungsansatz, Klopp könne auch als Bundestrainer RB-Markenbotschafter bleiben, ist kein Verhandlungspunkt des Getränkeunternehmens, bei dem Klopp noch als Head of Global Soccer unter Vertrag steht, mit dem DFB. Auch ohne diese pikante Botschafterrolle sind Klopps Sponsorendeals als kommender Bundestrainer aber nicht ohne Brisanz. Einige Werbe-Partnerschaften des designierten Nachfolgers von Julian Nagelsmann bergen Konflikt-Potenzial, da die Firmen in Konkurrenz zu offiziellen Sponsoren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stehen.Was ist, wenn der DFB demnächst dem Bier-Sponsor Bitburger einen Werbespot mit Klopp ermöglichen will, dieser dann aber wie zurzeit für den Brauerei-Konzern Anheuser‑Busch wirbt? Die Antwort darauf steht vermutlich im auszuhandelnden Vertrag zwischen Verband und Trainer. Mit Aussagen dazu halten sich alle Parteien aktuell zurück. Hinter den Kulissen laufen dieser Tage aber viele Gespräche zwischen Verantwortlichen des DFB und einigen Firmen.Lesen Sie auch„Im Zweifel werden sich aber Lösungen finden lassen“, sagte Paul Lambertz, Fachanwalt für Sportrecht, dem „Spiegel“. Er ist Experte für die Ausgestaltung von Sponsoringverträgen im Sport und meint: „Ein individueller Sponsor von Jürgen Klopp wird sich gut überlegen, ob er ihn auf Schadensersatz verklagen will, sollte er vertragsbrüchig werden.“Ein potenziell riesiges Problem löst sich durch die Vertragslaufzeit von selbst auf: Klopps Zeit als Markenbotschafter von Adidas endet nach dieser WM. So muss der neue DFB-Ausrüster Nike, der ab 2027 pro Jahr kolportierte 100 Millionen Euro an den Verband zahlt, nicht intervenieren.Darum ist Klopp als Werbefigur so beliebtAber warum wollen alle mit Klopp Werbung machen? „Er wirkt authentisch, kommunikativ und nahbar. Er schafft es, Menschen emotional zu erreichen, ohne dabei inszeniert zu wirken“, sagte Marketing-Experte Felix Murbach der Deutschen Presse-Agentur. „Nicht seine Bekanntheit macht ihn für Marken so wertvoll, sondern das Vertrauen, das er sich über viele Jahre erarbeitet hat.“ Davon kann natürlich auch der DFB profitieren – mit Klopp als Aushängeschild dürften sich die Sponsorenverhandlungen einfacher gestalten.Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify oder Apple Podcasts.In einem Gespräch mit WELT sagte Marc Kosicke, der seit 2006 Klopps Berater und Freund ist, dass es anfangs nie das Ziel gewesen sei, „Jürgen Klopp als Marke aufzubauen. Es geht um geleistete Arbeit und die Persönlichkeit, die man hat. Sportlicher Erfolg ist die Grundlage für eine gute Vermarktung“.Omnipräsenz kratzte am ImageNeben dem Erfolg punktet „Kloppo“ auch mit seinem Charisma. Viele Fans sehen in ihm einen witzigen Sympathieträger mit dem Herzen am rechten Fleck – und so ein Image wollen Unternehmen gern für sich selbst nutzen. Dass der einstige Meistertrainer von Borussia Dortmund und des FC Liverpool aber nur wenig Markentreue beweist und so omnipräsent in der Werbung ist, kratzte auch schon ein wenig an dem Image.„Nach möglicherweise ungenauer Kurzrecherche im Internet sieht es so aus, als sei Jürgen Klopp in seiner Karriere als Trainer insgesamt 25 Werbepartnerschaften eingegangen. Wir finden: Ein ganz normaler Typ“, schrieb das Magazin „11Freunde“ in Anspielung auf Klopps legendäre Vorstellung 2015 in Liverpool, als er sich selbst als „The Normal One“ bezeichnete.LaGa/dpa
WM 2026: Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp – Werbestar auf dem Prüfstand - WELT
Jürgen Klopp verzichtete einst bei einem Sponsorendeal auf Geld und wollte nur das coole Outfit. Inzwischen ist der designierte Bundestrainer eine beliebte Werbefigur. Doch seine Partner treffen nun auf die Interessen des DFB – und dessen Geldgeber.
















