Als »Mikronährstoffkonzentrat« werde das LaVita-Produkt deklariert, so Foodwatch, bestehe aber zu 70 Prozent aus Fruchtsaftkonzentrat. Zugesetzt seien 26 isolierte Vitamine und Nährstoffe. Dafür verlangt der Hersteller 50 Euro je halbem Liter.Foodwatch zieht auch die Kritik von Diana Rubin heran, die das Zentrum für Ernährungsmedizin und Diabetologie des Vivantes Humboldt-Klinikums leitet: Die Werbung für das Produkt suggeriere, LaVita sei die natürliche Rundum-Formel für ein fittes, gesundes Leben. »Die tägliche Basis der Gesundheit ist aber eine ausgewogene Ernährung«, sagt sie. Wer einen Nährstoffmangel vermute, solle zunächst ärztlichen Rat einholen, statt zu hoch dosierten und teuren Mitteln wie LaVita zu greifen.

Das Saftkonzentrat stehe »beispielhaft für die Abzocke mit irreführenden Gesundheitsversprechen«, kritisiert Alina Nitsche von Foodwatch.Hersteller wehrt sich gegen VorwürfeLaVita hatte auf SPIEGEL-Anfrage mitgeteilt, für Flüssigkonzentrate mit Mikronährstoffen sei der Begriff Mikronährstoffkonzentrat branchenüblich. Aus Sicht der Verbraucher sei sicherlich klar, was damit gemeint sei. Es sei sicher keine Werbelüge.

Der Aussage, dass die tägliche Basis der Gesundheit eine ausgewogene Ernährung sei, stimme LaVita grundsätzlich uneingeschränkt zu. Nahrungsergänzung im Allgemeinen oder LaVita im Besonderen seien nicht dafür geschaffen, gesunde Ernährung zu ersetzen. Vielmehr gehe es darum, die gesunde Ernährung zu optimieren. Gerade vor dem Hintergrund, dass viele Menschen in den verschiedensten Lebenslagen einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen aufweisen beziehungsweise im Alltag nicht die Ernährung umsetzten, die sie gerne hätten, biete LaVita eine praktische Unterstützung. Dies geschehe auf möglichst natürliche Weise und auch nicht hochdosiert.