Niemand muss ja gleich so weit gehen wie der Storch: Um sich bei großer Hitze abzukühlen, beschmiert der seine Beine mit dem eigenen Kot. Wenn das Wasser darin verdunstet, entzieht es dem Storchenkörper Wärme.Diesen Trick würde wahrscheinlich kein Haustierhalter anwenden – ganz abgesehen davon, ob sich Waldi oder Minky solch exotische Methoden überhaupt gefallen lassen würden. Bei den hohen Temperaturen, die für die nächste Zeit angekündigt sind, empfiehlt es sich jedoch, auf einige Aspekte bei der Versorgung der Tiere zu achten.Am pflegeleichtesten sind Katzen, die ja, anders als Hunde, keine Herrchen oder Frauchen haben, sondern Personal. Sie suchen sich zumeist selbst schattige, ruhige Plätzchen, und da sie gut die Hälfte des Tages verschlafen, besteht auch keine Gefahr von schweißtreibender Aktivität. Katzen haben außerdem ohnehin keine Schweißdrüsen, außer wenige in den Pfoten, die aber für die Abkühlung ohne Belang sind. Allerdings gilt wie bei allen anderen Tieren: Ausreichend kühles Wasser sollte an mehreren Orten bereitstehen und bei Bedarf öfter erneuert werden. Bei sehr heißen Wohnungen können im Tierhandel erhältliche Kühlmatten helfen. Sie enthalten ein spezielles Gel, das durch das Gewicht des Tieres aktiviert wird und innerhalb von Minuten drei bis vier Grad herunterkühlt.Auch für Hunde gibt es diese Matten. Dackel, Retriever und ihre Artgenossen bereiten ihren Haltern jedoch das Problem, dass sie regelmäßig Bewegung brauchen und auch verlangen. Hier wird empfohlen, Spaziergänge frühmorgens oder am Abend zu unternehmen, sich möglichst im Schatten aufzuhalten und für ausreichend Trinkpausen zu sorgen. Auf Lauf- und Apportierspiele sollte verzichtet werden.Anders als Katzen tun Hunde dem Besitzer wenigstens einen Gefallen: Sie zeigen, wenn es ihnen schlecht geht. Katzen tun das nicht, sie haben noch das alte Wildtiergesetz in sich: Wer Schwäche oder Schmerzen zeigt, ist gefährdet. Wenn ein Hund mehr als normal hechelt oder apathisch wirkt, bedeutet dies höchste Gefahr, es muss sofort für Abkühlung gesorgt werden. Ein kalter Guss aus dem Gartenschlauch oder einem Eimer ist dabei nicht empfehlenswert, sondern kann im Gegenteil zu Kreislaufproblemen führen – so wie ja auch Menschen empfohlen wird, nicht unabgekühlt in kaltes Wasser zu springen.Ventilatoren und Klimaanlagen sind für Tiere nicht geeignet: Die wenigsten vertragen Zugluft, und der Effekt, den Ventilatoren auf den Menschen haben – Schweiß verdunstet schneller –, tritt bei Tieren mangels Schweißdrüsen nicht auf. Das gilt ebenso für Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen oder andere Nager. Steht ihr Gehege im Freien, so sollte unbedingt auf ausreichend Schatten geachtet werden. Kaninchen und Hasen haben noch eine andere Art der Wärmeregulierung: Sie geben Temperatur über ihre großen Ohren ab. Meerschweinchen hingegen versuchen, ihre Körperoberfläche zu vergrößern, indem sie sich platt auf den Boden legen und alle viere von sich strecken.Die Gesundheitstipps für Haustiere stammen großteils vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Das Münchner Kreisverwaltungsreferat ergänzt noch einen Rat für Aquarium-Besitzer: Sie müssen selbstverständlich auf die Wassertemperatur achten. Diese liegt optimal für tropische Zierfische zwischen 24 und 26 Grad, für Kaltwasserfische hingegen deutlich kühler. Sollte die Temperatur tatsächlich in einen gefährlichen Bereich steigen, so helfen ein paar Eiswürfel.Der Naturschutzbund (Nabu) hat darüber hinaus Tipps gesammelt, wie im Sommer Tieren geholfen werden kann, die sich nicht den Menschen angeschlossen haben. Da liegt natürlich das Meiste im Bereich des Angebots – etwa schattige Plätzchen im Garten statt englisch-glatter Rasenfläche. Behälter mit Wasser werden gerne genutzt, sowohl zum Trinken als auch zum Baden. Dazu eignen sich gut Blumentopf-Untersetzer aus dem Gartenhandel. Diese sollten wohl im Schatten, aber nicht zu nahe an Büschen und Sträuchern aufgestellt werden, damit Räuber keine Chance haben, sich unbemerkt anzuschleichen.Bei tieferen Behältnissen wie Gartenteichen oder Regenfässern ist unbedingt auf eine Ausstiegshilfe zu achten, damit Tiere das Wasser wieder verlassen können, wenn sie hineingefallen sind. Flache Becken sollten zur Mitte hin tiefer werden damit auch größere Vögel die Chance auf ein erfrischendes Bad haben. Für Insekten reichen in der Regel in paar Steine im Wasser, auf den sie zum Trinken landen können. Die Wasserschalen sollten täglich gereinigt werden, damit sich keine Krankheitserreger vermehren können. Allerdings sollte dazu kein Spülmittel verwendet werden – es könnte sich im Wasser anreichern und von den Tieren aufgenommen werden.Der wichtigste Ratschlag aber für alle Tierarten, ob Katze, Hund, Meerschweinchen oder Wellensittich: Nie, nie ein Tier im geparkten Auto zurücklassen! Die Temperaturen steigen dort schnell auf 50 Grad und mehr – und das ist für jedes Tier lebensbedrohlich.
Wie man seine Haustiere bei Hitze unterstützen kann
Hohe Temperaturen setzen nicht nur dem Menschen zu, sondern auch den Tieren. Wie man seinen Haustieren bei der Abkühlung helfen kann.









