Trump fordert jetzt Gebühren für die Strasse von Hormuz ein: Iran und die USA steuern auf die nächste Eskalation zuDas Weisse Haus reklamiert Abgaben in Höhe von 20 Prozent aller beförderten Fracht für sich. Das Geld könnte der Präsident noch gebrauchen, denn der Kongress stemmt sich gegen die weitere Finanzierung des Krieges.13.07.2026, 20.00 Uhr3 LeseminutenDer Konflikt mit Iran beginnt sich zum «forever war» zu entwickeln: eine Iranerin bei der Beerdigung des getöteten Revolutionsführers Ali Khamenei.Vahid Salemi / APSeit einer Woche herrscht in Iran faktisch wieder Krieg. Der Mitte Juni ausgehandelte Waffenstillstand sei hinfällig geworden, hatte Donald Trump vergangene Woche erklärt. Mit dem Regime lasse sich nicht reden, die Verhandlungsführer seien «gestörte Leute».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Laut eigenen Angaben haben die amerikanischen Streitkräfte seither mehr als 300 Ziele getroffen. Die Angriffe galten hauptsächlich militärischen Anlagen bei der Strasse von Hormuz. Denn am Samstag hatte Iran ein unter zypriotischer Flagge stehendes Containerschiff angegriffen.Daraufhin war der Verkehr auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gesunken. Nur noch vierzehn Schiffe fuhren am Sonntag durch die Wasserstrasse. Während sich die Hardliner in Teheran auf den Standpunkt stellen, dass das zypriotische Handelsschiff die falsche Route genommen habe, sehen die Amerikaner einen klaren Bruch des Abkommens.Im jüngsten Eskalationsschritt erklärte Trump daher am Montag, dass er die Strasse von Hormuz für iranische Schiffe und «Kunden» des Regimes blockiere. «Alle anderen Länder werden fairen und ungehinderten Zugang zur Meerenge haben», schrieb er auf Truth Social. Allerdings würden die Vereinigten Staaten als «Hüter der Strasse von Hormuz» von nun an eine «Erstattung in Höhe von 20 Prozent aller beförderten Fracht» einfordern.Details zu der Massnahme, die schwer abzuschätzende wirtschaftliche Folgen für den Ölhandel hätte, blieben zunächst unklar. Der Präsident erklärte einzig, dass die Forderung aus Gründen der «Fairness» in «diesem äusserst instabilen Teil der Welt» geboten sei. Doch die Strasse von Hormuz, so betonte er, «ist offen und wird offen bleiben, mit oder ohne Iran».Zwiespältige StrategieDas strategische Vorgehen von Trump hat schon viele Rätsel aufgegeben. Erratisch scheint der Präsident zwischen Friedensbemühungen und einer Verschärfung der militärischen Gangart zu lavieren. Doch eine Konstante zieht sich durch die interventionistische Aussenpolitik seiner zweiten Amtszeit: Er ist bestrebt, zunächst Tatsachen zu schaffen. Die Feinarbeit wird auf später aufgeschoben.Der konzertierte Enthauptungsschlag gegen Nicolás Maduro in Venezuela folgte dieser Strategie, aber auch der 20-Punkte-Plan für Gaza. Dort gelang es Trump, die Geiseln der Hamas freizubekommen. Doch seither kommt sein «Friedensrat» in der palästinensischen Küstenenklave kaum vom Fleck. Und ähnlich scheint er sich mit dem 14-Punkte-Plan für Iran in eine Sackgasse manövriert zu haben. Dabei hatte Trump stets versprochen, die «forever wars» seiner Vorgänger im Mittleren Osten zu beenden. Nun beginnt sich der Konflikt mit Iran zu seinem eigenen «ewigen Krieg» zu entwickeln.Entsprechend unbeliebt ist der Waffengang in der amerikanischen Öffentlichkeit, da er die heimischen Lebenshaltungskosten belastet. Gleichzeitig nimmt die Aussenpolitik – und das wird in Europa oft verkannt – für die meisten Bürger eine untergeordnete Rolle ein.Widerstand im Kongress nimmt zuWenn Amerikaner in Umfragen nach wichtigen aussenpolitischen Zielen gefragt werden, priorisieren sie die Verhinderung von Terrorismus gegen die USA. Geopolitische Erwägungen interessieren eher am Rande. Auch medial machen sich gegenwärtig gewisse Ermüdungserscheinungen breit. Die Entwicklungen in Iran dominieren die Schlagzeilen nur noch selten.Dafür nimmt der Widerstand gegen den Krieg im Kongress zu. Bereits im Juni stimmten das Repräsentantenhaus und der Senat für eine War Powers Resolution, die ein Kriegsende forcieren will. Während dieser Resolution eher symbolische Bedeutung zukam, könnte sich die momentane Blockierung eines Sonderbudgets für Verteidigungsausgaben als griffiger erweisen.Das Weisse Haus hatte den Kongress um 67 Milliarden Dollar gebeten, die die enormen Kosten der Militäraktionen in Iran decken sollen. Denn dem Pentagon droht das Geld auszugehen. Wenn es zu keiner Einigung kommt, dürfte das Militär im Spätsommer vor ernsthaften operativen Problemen stehen. Umso gelegener könnten Trump die geforderten Gebühren in der Strasse von Hormuz noch kommen.Passend zum Artikel
Iran und die USA steuern auf die nächste Eskalation zu: Trump fordert jetzt Gebühren für die Strasse von Hormuz
Das Weisse Haus reklamiert Abgaben in Höhe von 20 Prozent aller beförderten Fracht für sich. Das Geld könnte der Präsident noch gebrauchen, denn der Kongress stemmt sich gegen die weitere Finanzierung des Krieges.











