Am 22. Februar um 13.06 Uhr wurde sein Facebook-Profil gesperrt. Drei Sekunden vorher hatte Fabio Costa noch etwas geteilt. Der undemokratische Umgang mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht empörte ihn stark. Der Partei wurde ein Nachzählen der Stimmen zur Bundestagswahl verwehrt, obwohl Stichproben Unregelmäßigkeiten zuungunsten des BSW aufgezeigt hatten.
Um 13.06 Uhr teilte Costa den Inhalt der Wahlprüfungsbeschwerde der Partei, dann war sein Konto dicht. Eine Begründung oder Erklärung erhielt der Musiker nicht. Ihm stand lediglich die Option „Prüfung beantragen“ zur Verfügung. Die „Prüfung“ führte zu einer biometrischen Identitätsverifizierung per Selfie-Video und dem Hinweis, dass das Konto bei einem Verstoß gegen die „Gemeinschaftsstandards“ dauerhaft deaktiviert würde.
Erst der Anfang einer langatmigen Revolte
Um 14.48 Uhr bekam Costa den endgültigen Bescheid: „Deine Überprüfung war nicht erfolgreich. Dein Konto wurde dauerhaft deaktiviert. Du kannst keine weitere Überprüfung beantragen.“ 17 Jahre in dem sozialen Netzwerk fanden für den in São Paulo geborenen Komponisten und Pianisten ein jähes Ende.
Doch das war erst der Anfang einer langatmigen Revolte. Costa kommentiert auf seinem Blog: „Wenn ein globaler Monopolist seine Tore vor dir schließt, begreifst du schnell, dass die Support-Infrastruktur kein Kundenservice ist – sie ist eine Zermürbungsstrategie.“ Mithilfe von KI und „kontrolliertem Zorn“ trat der Musiker einen juristischen Marathon an.






