Wer sich in Atlanta an der Hotelrezeption umhört, ob von Mittwoch vielleicht noch ein Zimmer für einen Freund frei sein könnte, erntet ein müdes Lächeln. „No chance! Completely overbooked!“ Was nicht bereits gebucht war, haben flott Engländer und Argentinier belegt, die irgendwie in der Olympiastadt von 1996 unterkommen wollen. Egal, zu welchem Preis. Zu elektrisierend ist das zweite WM-Halbfinale in Atlanta, wenn das Mutterland des Fußballs nun den Weltmeister fordert (15. Juli, 21 Uhr MESZ). Sportlich hochinteressant, politisch aufgeladen. Unterlegt mit langer Historie.

Zuvor erlebt Arlington bei Dallas am Dienstagabend (14. Juli, 21 Uhr MESZ) das erste WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich. Europameister gegen Vizeweltmeister. Nummer zwei der Fifa-Weltrangliste gegen die drei. Topspiel. Ohne Frage.

Erstmals hatte sich der Weltverband überlegt, für die XXL-Auflage das Tableau wie eine Art Setzliste anzulegen, in der genau diese Vier erst im Halbfinale aufeinandertreffen – sofern sie Gruppenerster werden und nicht gegen DR Kongo und Kap Verde, Österreich und Paraguay stolpern. Der Plan ist aufgegangen. Ähnlich wie bei großen Tennisturnieren – zuletzt in Wimbledon mit Jannik Sinner und Alexander Zverev die ersten beiden der Setzliste im Finale – bietet die Planbarkeit gerade den Großen einen leichten Vorteil.