Mindestens fünf Monate wird nun kein regulärer Zug mehr auf der rechtsrheinischen Bahnstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf fahren, nachdem die DB Infrago die Generalsanierung wie geplant gestartet hat. Im Rheingau sah man am Montag auf den Straßen die purpurfarbenen Busse des Schienenersatzverkehrs, der weitgehend reibungslos angelaufen ist. Es sind allerdings Sommerferien und erst, wenn diese beendet sind, wird sich zeigen, ob das Verkehrskonzept der Bahn wirklich alltagstauglich ist.Für die Bahnfahrer im Rheingau werden die nächsten Monate herausfordernd, aber trotzdem war nur wenig Unmut über die Sperrung zu hören. Das ist kein Wunder, denn in den vergangenen Jahren gab es auf der Rheingaulinie immer wieder massive Probleme. Vor allem die Züge der RB10 waren oft überfüllt, verspäteten sich erheblich oder fielen gleich ganz aus. Schüler kamen nicht in die Schule und Berufspendler nicht pünktlich an ihren Arbeitsplatz. Wer mit Leuten aus Rüdesheim, Geisenheim oder Eltville spricht, hört immer wieder, dass sie ihr Auto nutzen, um nach Wiesbaden, Frankfurt oder Mainz zu pendeln.Nun überwiegt die Hoffnung, dass die Sanierung diese Zustände ändert und der Nah- und Fernverkehr dort künftig besser funktioniert. Die Bahn wendet rund 1,6 Milliarden Euro auf, um die gut 60 Kilometer lange Strecke auf Vordermann zu bringen. Projektleiter Frank Schmidt hatte auf Nachfrage erklärt, dass ein enges Monitoring und ein Bauablaufplan dafür sorgen sollen, dass sowohl der Kostenrahmen als auch der Zeitrahmen eingehalten werden können. Bei der Generalsanierung der Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt waren die Kosten um knapp 200 Millionen Euro höher als die avisierten 1,3 Milliarden Euro.Den Zeitplan für die Riedbahnsanierung konnte die Bahn einhalten und nun hoffen Anwohner, Pendler und die Gastronomie im Rheingau, dass dies auch bei ihnen möglich ist.Die Bahn nutzt die Sperrung zudem, um den Schallschutz an der viel befahrenen Strecke, auf der auch Güterzüge unterwegs sind, zu verbessern und saniert die Bahnhöfe. In Summe bedeutet das eine erhebliche Verbesserung für Anwohner und Bahnfahrer. Hinzu kommt, dass jeder Berufspendler, der künftig die Bahn nutzt, die stark befahrenen Straßen und Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet entlastet. Das setzt aber voraus, dass die Sanierung vor allem im engen Rheintal wie geplant funktioniert.Das ist auch deswegen wichtig, weil 2028 die Sanierung der linksrheinischen Bahnstrecke beginnen und die Arbeiten bis zur Bundesgartenschau im Oberen Mittelrheintal 2029 abgeschlossen sein sollen. Es bleibt also spannend.