Die britische Anti-Terror-Polizei ermittelt im Todesfall der Politikerin Ann Widdecombe, die am vergangenen Freitag leblos in ihrem Haus in einem Dorf am Rande des Nationalparks Dartmoor aufgefunden worden war. Zunächst hatte die Polizei nach der Festnahme eines 28 Jahre alten Verdächtigen mitgeteilt, das mutmaßliche Tötungsdelikt habe offenbar keinen politischen Hintergrund.Widdecombe war eine langjährige Parlamentsabgeordnete und zeitweises Regierungsmitglied der Konservativen; sie setzte sich für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ein. Vor drei Jahren trat sie der Partei Reform UK des britischen Rechtspopulisten Nigel Farage bei. Sie war dort Sprecherin für die Politikfelder Einwanderung und Justiz; stand jedoch nicht in der ersten Reihe der Reform-Spitzenpolitiker.Der leitende Ermittler der betreffenden Anti-Terror-Polizeieinheit, Laurence Taylor, sagte am Montagmittag: „Wir verfolgen vielfältige Spuren, um das Motiv dieser Tat herauszufinden.“ Neue Informationen, die zur Übernahme der Ermittlungen führten, seien während der bisherigen „dynamischen und vielfältigen“ Aufklärungsbemühungen des Falles ans Licht gekommen. Gegen den festgenommenen Verdächtigen, der zuvor unter Mordverdacht stand, werde nun auch wegen des Verdachts auf „Anleitung zu oder Vorbereitung von einer terroristischen Handlung“ ermittelt.Bekannt als Aktivistin für den EU-AustrittDer Verdächtige stammt nicht aus der Gegend im Südwesten Englands, sondern war laut Medienberichten vom nordenglischen Rotherham aus nach Dartmoor aufgebrochen. Über seine Identität machte die Polizei keine weiteren Angaben; es hieß lediglich, es handele sich um einen „weißen Briten“.Widdecombe erreichte in Großbritannien nicht nur als Politikerin und Aktivistin für den EU-Austritt Bekanntheit, sondern auch durch ihre Teilnahme an der britischen Fernseh-Tanzshow „Strictly Come Dancing“, durch ihren Wechsel als Mitglied der anglikanischen Kirche zum Katholizismus und durch ihr Eintreten für das Wohl von Tieren.Ihr gewaltsamer Tod veranlasste den Anführer von Reform UK, Nigel Farage, zu der Feststellung, Politiker würden in Großbritannien unzureichend geschützt. Farage nimmt für sich selbst in Anspruch, der am meisten attackierte Politiker im Vereinigten Königreich zu sein. Eine nicht deklarierte Zuwendung an ihn von umgerechnet 5,75 Millionen Euro hat er vorübergehend damit begründet, das Geld solle ihm Personenschutz bis an sein Lebensende sichern. Er reiste am Wochenende nach Dartmoor und legte Blumen an das Haus von Widdecombe.
Todesfall Widdecombe: Nun ermittelt die Anti-Terror-Polizei
Ann Widdecombe wurde letzte Woche tot in ihrem Haus gefunden. Nach erstem Zögern vermutet die Polizei nun einen möglichen Terrorakt gegen die Vertraute von Nigel Farage.










