Im Fall der getöteten britischen Ex-Ministerin Ann Widdecombe hat die Anti-Terror-Einheit der Polizei die Ermittlungen übernommen. „Neue Informationen und Beweise“ hätten dazu geführt, dass die Einheit nun die Ermittlungen zu dem „entsetzlichen Mord“ führe, teilte die britische Innenministerin Shabana Mahmood am Montag im Onlinedienst X mit.Die rechtsgerichtete Politikerin und prominente Brexit-Befürworterin Widdecombe war am Donnerstag tot in ihrem Haus im Südwesten Englands aufgefunden worden. Ihr Leichnam wies laut Polizei „schwere Verletzungen auf“.Am Samstagabend war ein 28-jähriger Brite wegen Mordverdachts festgenommen worden, nachdem ein zuvor festgenommener 26-Jähriger wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Der weiße britische Mann sei an einer Wohnadresse in der Grafschaft South Yorkshire in Nordengland festgenommen worden, teilte die Devon and Cornwall Police am Sonntag mit. Der Vorsitzende der Partei „Reform UK“, Nigel Farage, legt Blumen im Dartmoor-Nationalpark in der Nähe des Wohnhauses von Ann Widdecombe nieder (Archivbild). © REUTERS/Jack Taylor Ein Polizeisprecher hatte noch am Freitag gesagt, es lägen keine Hinweise darauf vor, dass es sich um eine politisch motivierte Straftat gehandelt habe. Zu Widdecombes Tod werde auch nicht in Zusammenhang mit Terrorismus ermittelt, sagte er. Auch am Sonntag hieß es noch, dass es weiterhin keine Hinweise auf einen terroristischen oder politischen Hintergrund gebe. Was als mögliches Tatmotiv infrage kommt, war zunächst unklar. Widdecombe vertrat ultrakonservative Ansichten Die 78 Jahre alte Widdecombe war von 1987 bis 2010 Abgeordnete für die konservativen Tories im britischen Unterhaus und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK.Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem ultrakonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus. Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war Widdecombe keine Unbekannte: So trat sie etwa bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und bei „Celebrity Big Brother“ auf. (dpa/AFP)
Nach Festnahme eines 28-Jährigen: Britische Anti-Terror-Einheit übernimmt Ermittlungen im Mordfall Ann Widdecombe
Die prominente Brexit-Befürworterin Ann Widdecombe wurde tot in ihrem Haus gefunden, ihr Leichnam wies „schwere Verletzungen“ auf. Nun übernimmt eine Spezialeinheit den Fall.











