Bei einem Publikum, das in nie gekanntem Ausmaß nach Ratgebern und Lebenshilfe lechzt, muss man fast befürchten, dass ein Buchtitel wie „Trost“ in genau diesem Sinne missverstanden werden könnte. Das macht aber nichts, denn erstens wäre es verkaufsfördernd, und zweitens kann die Geschichte, obwohl sie mit einer ziemlich schrecklichen Szene beginnt und insgesamt nicht eben heiter stimmt, sich auf Umwegen wahrhaftig als trostspendend erweisen. Das liegt an der Erzählkunst Angelika Klüssendorfs, die uns mit ihrem nunmehr elften Prosawerk wieder einmal zum Grübeln bringt: Wie gelingt es ihr, mit so sparsam kalkulierten sprachlichen Mitteln derart intensive Eindrücke zu erzeugen?
Angelika Klüssendorfs Roman „Trost“: Die Welt geht aus dem Leim
Was spendet den „Trost“ im Titel von Angelika Klüssendorfs Gegenwartspanorama? Es hat viel mit ihrem unvergleichlichen Stil zu tun.








