Das Ministerium von Außenminister Johann Wadephul (CDU) verwies auf X auf eine gemeinsame Erklärung der EU. »Wir decken auf, dass das 16. Zentrum des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) eine Reihe von Cyber-Bedrohungsgruppen kontrolliert«, heißt es darin. Darunter sei auch die Gruppierung TURLA.Der FSB unternehme seit Jahren eine Reihe bösartiger Cyberaktivitäten, die die EU, ihre Partner und insbesondere die Ukraine zunehmend beeinträchtigten, so die Mitteilung des Rats der EU. Unter anderem seien bislang Frankreich, Deutschland, Polen, Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland betroffen gewesen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte in der Regierungspressekonferenz, Deutschland habe die Attribuierung der Cyberangriffe an Russland mit initiiert. Die Kompromittierung deutscher Stellen durch russische Akteure konnte nachgewiesen werden.EU verhängt neue SanktionenSo seien in Frankreich seit 2010 etwa Regierungsorganisationen Ziel von Cyberspionage geworden, seit 2025 auch die Rüstungsindustrie. In Deutschland seien ebenfalls Regierungsinstitutionen Ziel gewesen.

Die EU verhängte daher Sanktionen gegen neun Personen und vier russische Einrichtungen. Betroffen seien vier Mitarbeiter des Geheimdienstes GRU, Cyberkriminelle, selbst erklärte »Hacktivisten« und private russische Unternehmen, die sich an Russlands Destabilisierungsversuchen beteiligten.Die Einbestellung des Botschafters in Berlin war offenbar insbesondere mit Frankreich koordiniert. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hatte bereits am Morgen mitgeteilt, dass Paris den russischen Botschafter in den kommenden Tagen einbestellen werde. Barrot hatte die diplomatische Maßnahme dabei bereits in direkten Zusammenhang mit russischen Cyberangriffen gebracht.