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Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 28/2026.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Testosteron-Molekül. Gerade eben waren Sie noch etwas völlig anderes, nämlich Cholesterin, doch jetzt, hier in Ihrer schnuckeligen Leydig-Zelle irgendwo zwischen den Samenkanälchen im Hoden, hat man Ihnen ein paar Atome weggenommen und andere hinzugefügt. Also: Testosteron. Gleich wird das Herz Sie wieder und wieder durch die Blutbahn jagen, bis es Ihnen gelingt, in eine Zelle einzudringen, eine Muskel-, Haut- oder Gehirnzelle etwa. Sind Sie einmal drin, wissen Sie genau, was zu tun ist: Sie bahnen sich Ihren Weg durch riesige Eiweißmolekül-Landschaften, um sich schließlich zum Zellkern zu portieren. Hier lagert er, der Heilige Gral, die DNA, sie ähnelt einem riesigen Knäuel aus Fäden. Wie ein Mechaniker machen Sie sich an die Arbeit, aktivieren ein paar Gene, drosseln ein paar andere, um schließlich, nach getaner Arbeit, ins wohlverdiente Stadium des Abbaus überzugehen.