In einem Testflug hat das Luftfahrtunternehmen Gulfstream Aerospace reinen, nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel – SAF) getestet, um dessen Auswirkungen auf Partikelemissionen in Höhen von bis zu 50.000 Fuß (etwa 15.240 m) zu untersuchen. Die Emission von Partikeln fördert die Bildung von Kondensstreifen.

Bei dem Testflug kam eine Gulfstream G800 zum Einsatz. Das Flugzeug ist mit einem Pearl-700-Triebwerk von Rolls-Royce ausgestattet, das zu 100 Prozent mit SAF betrieben werden kann. Gulfstream schreibt, dass es sich dabei um den ersten Flug einer G800 und dem Rolls-Royce-Triebwerk gehandelt hat, der mit reinem SAF stattfand. Die Tests wurden zusammen mit dem Center of Excellence der US-amerikanischen Flugaufsicht Federal Aviation Administration (FAA), der US-Weltraumbehörde NASA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Rolls-Royce, Aerodyne Research, der Missouri University of Science and Technology, Montana Renewables und World Fuel Services durchgeführt.

Testflug mit hoher Präzision

Der dabei durchgeführte Messflug war kniffelig: Eine speziell mit Messinstrumenten für Emissionen ausgerüstete Gulfstream G700 musste im engen Formationsflug mit der G800-Testmaschine fliegen. Dem Testflug waren monatelange Vorbereitungen vorausgegangen. Die Piloten der beiden Maschinen hatten dazu ein intensives Flugtraining im Simulator absolviert, um die Flugzeuge so dicht beieinander halten zu können, dass die Emissionen im Nahbereich zuverlässig erfasst werden konnten. Zudem wurden Emissionen in mehreren Kilometern Abstand hinter dem Flugzeug erfasst, um die Entwicklung der Kondensstreifen aufzeichnen zu können.