Falls sie zu wenig nachhaltig produzierten Flugkraftstoff (SAF) tanken, sollen deutsche Fluggesellschaften bald tief in die Tasche greifen: Das Bundesverkehrsministerium plant eine Strafabgabe von 1332 Euro pro Tonne zu wenig getanktem SAF. Die Überwachung soll das Luftfahrtbundesamt übernehmen. So steht es in einem ersten Gesetzentwurf, der den Nachrichtenagenturen dpa und Reuters vorliegt.

Im Augenblick dürfen SAF in der kommerziellen Luftfahrt ausschließlich gemischt mit Kerosin eingesetzt werden. Seit 2025 ist eine Beimischung von zunächst zwei Prozent SAF für alle Flüge, die innerhalb Europas starten, gesetzlich vorgeschrieben. Dieser Anteil steigt nach den Vorgaben auf fünf Prozent im Jahr 2030 und 70 Prozent im Jahr 2050.Das Luftfahrtbundesamt soll auch Bußgelder von bis zu 50.000 ‌Euro verhängen können, etwa bei Verstößen ​gegen Melde- ‌und Berichtspflichten. Für die neuen Aufgaben soll die Behörde fünf zusätzliche Stellen erhalten.

Nachhaltiges Kerosin deutlich teurerSAF wird beispielsweise aus Essensresten hergestellt und soll im Luftverkehr die schädlichen Klimafolgen senken. Es ist deutlich teurer als herkömmliches Kerosin auf Erdölbasis, sodass der Einsatz auch Passagierflüge verteuert. Daneben wird an synthetischen Kraftstoffen geforscht, die mit Strom hergestellt werden können.Mit dem Gesetz will die Bundesregierung die EU-Verordnung »ReFuelEU Aviation« in nationales ‌Recht umsetzen. Diese gibt europaweit verbindliche und über die Jahre ansteigende Quoten für den Einsatz von ‌SAF vor, ‌um die Treibhausgasemissionen im Luftverkehr zu senken. ‌In ​der Begründung des Gesetzes wird darauf hingewiesen, dass die teureren nachhaltigen Kraftstoffe für Verbraucher ​zu höheren Preisen ⁠für Flugtickets führen könnten.