Die Tage der Commerzbank als eigenständige Bank sind gezählt. Mit seinem neuesten Übernahmeangebot hat der Chef der italienischen Großbank Unicredit, Andrea Orcel, wohl den Widerstand aller gebrochen, die die geplante Übernahme noch hätten stoppen können: „Es scheint so, als hätte am Ende des Tages das Kapital gesiegt“, sagte der Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Commerzbank, Sascha Uebel, der Berliner Zeitung.

Ungewöhnliche Attacke von Orcel

Uebel hatte zuletzt versucht, die Übernahme durch eine Anzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts der Marktmanipulation zu stoppen. Das Übernahmeangebot hatte nach Ansicht von Juristen eine ungewöhnliche „Beteiligungsaufbaustruktur geschaffen“, weil „Partner der Unicredit sich über die Aktienleihe Bestände passiver Investoren verschafft und dann die entliehenen Aktien trotz über dem Angebotswert liegendem Börsenkurs über Intermediäre in das Übernahmeangebot eingeliefert“ hätten. „Barangebotspflicht und Preiserhöhungsregeln“ seien auf diesem Weg gravierend „verletzt“ worden, so die juristische Sicht der Commerzbank laut einem dieser Zeitung vorliegenden Dokument.

Staatsanwaltschaft sieht keine Straftat

Doch die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wird in der Sache nicht tätig werden. Nach Abschluss des Prüfverfahrens habe man die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgelehnt, „da zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat nicht festgestellt werden konnten“, teilte ein Sprecher mit.