Die Spannungen in der Ukraine nähern sich einem Siedepunkt, nachdem Bürger am Donnerstagabend in der westukrainischen Stadt Lwiw gegen das verpflichtende Einberufungsprogramm von Präsident Wolodymyr Selenskyj protestierten und es zu Ausschreitungen kam.
Eine Demonstration gegen die Mobilisierung eskalierte, als eine größere Menschenmenge Rekrutierungsoffiziere angriff, deren Fahrzeug umstürzte und beschädigte. Auslöser der spontanen Auseinandersetzung: Ein Mitglied des Rekrutierungsteams – Berichten zufolge ein Kampfsporttrainer – soll einen Mann auf offener Straße geschlagen haben.
In den sozialen Medien der Ukraine kursieren inzwischen zahlreiche Videos, die zeigen sollen, wie Mitarbeiter der Territorialen Rekrutierungszentren (TCK) Männer auf der Straße festhalten, misshandeln und gewaltsam in Transporter zwingen. Dieses Vorgehen wird umgangssprachlich als „Bussifizierung“ bezeichnet.
Häufig versuchen Ehefrauen, ältere Frauen oder Passanten einzugreifen, um die Betroffenen zu befreien – meist ohne Erfolg. Die Rekrutierten werden anschließend in Verarbeitungszentren gebracht, wo sie unter haftähnlichen Bedingungen untergebracht, nur kurz militärisch ausgebildet und anschließend an die Front geschickt werden. Berichten zufolge beträgt die Lebenserwartung vieler dieser unerfahrenen Soldaten lediglich wenige Wochen.










