Alexander Lukaschenko hat die vergangenen drei Wochen damit verbracht, ein ukrainisches Ultimatum, eine fünfstündige Unterredung mit Wladimir Putin und einen Staatsbesuch in China zu bewältigen. In dieser Woche widmete sich der belarussische Machthaber jedoch einem Thema, das für seine innenpolitische Stellung womöglich noch wichtiger ist: Er fuhr persönlich hinaus, um ein Kartoffelfeld zu inspizieren.

„Ich mache mir Sorgen um die Kartoffeln“, sagte Lukaschenko laut der staatlichen Nachrichtenagentur BelTA. Er erklärte, er habe sich bereits am Vorabend selbst ein Bild von den Feldern gemacht. Angesichts angekündigter Regenfälle forderte er Maßnahmen zum Schutz der Ernte vor Phytophthora – jener Pilzkrankheit, die unter anderem für die verheerende Kartoffelfäule im Irland des 19. Jahrhunderts verantwortlich war. Wie BelTA in der Überschrift hervorhob, wolle Lukaschenko zudem bei der „himmlischen Kanzlei“ um trockenes Wetter während der Ernte bitten.

Kartoffelkrise schon im vergangenen Jahr

Seine weiteren Anweisungen waren allerdings deutlich bodenständiger. Lukaschenko ordnete an, die Landmaschinen rechtzeitig für die Erntekampagne einsatzbereit zu machen. Mähdrescher und Getreideumschlaganlagen sollten im Voraus vorbereitet werden, berichtete die russische Zeitung Wedomosti. Zudem wies er die Behörden an, Probleme vor Ort aktiver zu lösen – allerdings, so seine typische Einschränkung, ohne die Landwirte bei ihrer eigentlichen Arbeit auf den Feldern zu behindern.