Mit Belarus scheint derzeit etwas Ungewöhnliches vor sich zu gehen. Präsident Alexander Lukaschenko reiste am vergangenen Wochenende zu einem zweitägigen Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin nach Moskau. Doch weder wurden Fotos veröffentlicht, noch gab es eine offizielle Mitteilung darüber, worüber beide Staatschefs gesprochen haben.
Putin räumte zugleich erstmals ein, dass die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien Wirkung zeigen. In mehreren Regionen des Landes kommt es inzwischen zu Treibstoffengpässen. Von einer akuten Krise kann zwar noch keine Rede sein, doch die Situation ist für den Kreml gleichermaßen unangenehm wie peinlich. Die ukrainische Präsidialverwaltung in Kiew hat ihre Strategie verändert und handelt zunehmend auf eigene Initiative.
Die USA hatten Kiew im vergangenen Jahr noch gedrängt, auf Angriffe gegen russische Ölraffinerien zu verzichten. Aus Sicht der Trump-Regierung stand der Benzinpreis an amerikanischen Tankstellen höher auf der Prioritätenliste als die ukrainische „Freiheit“. Präsident Wolodymyr Selenskyj ignorierte diese Forderung zunächst. Als die ukrainischen Streitkräfte später auch Ölterminals in Primorsk und Ust-Luga angriffen, intervenierte das Weiße Haus erneut – diesmal stellte Kiew diese Angriffe tatsächlich ein.






