Die Deutsche Nationalbibliothek, das Bundesarchiv und das Deutsche Literaturarchiv Marbach fordern ein digitales Langzeitarchiv für das deutsche Kulturerbe. Nach ihrem Vorschlag, den sie kürzlich im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien vorgestellt haben, soll der Bund für den Infrastrukturaufbau von 2027 bis 2036 etwa 150 Millionen Euro bereitstellen. Die Einrichtungen wollen die bisher zersplitterten Bemühungen, digitale Text-, Bild- und Tonmedien dauerhaft zu sichern, zentralisieren und professionalisieren.

Bislang betreiben viele kleine und mittlere Institutionen isolierte IT-Lösungen, die nach Ansicht der Einrichtungen unnötig Ressourcen binden. Das Konzept sieht stattdessen eine gemeinsame technische Basis vor. Der Bund solle dabei als technischer Treuhänder fungieren, während die jeweiligen Einrichtungen die rechtlichen Eigentümer ihrer übergebenen Daten blieben. Die Teilnahme wäre freiwillig, würde beteiligte Institutionen aber mit einer professionellen Langzeitarchivierung ohne eigene Infrastrukturkosten belohnen.

Lediglich für Bestände von herausragender nationaler Bedeutung erwägen die Initiatoren mittelfristig eine verpflichtende Sicherungskopie in der Bundesinfrastruktur, um das Kulturgut vor „institutionellem Versagen“ zu schützen.