Mit der Zahnradbahn oder der Gondel direkt an den Tisch: Das ist für alle Feinschmecker attraktiv, die lediglich einen begrenzten Sinn fürs Wandern haben. Zum Glück ist das Angebot riesig – von der rustikalen Bergbeiz bis zum Fine Dining.«Buffet Bellavista»: allerschönste Aussicht mit PastaEs gibt mindestens zwei Gründe, auf dem Monte Generoso einen Stopp einzulegen: die Aussicht und das Grotto-Angebot des Restaurants, das allerdings nicht mit dem üblichen Tessiner Beizenangebot zu verwechseln ist. Käse und Wurstwaren, schön und gut, aber vor allem sind es Polenta mit Getreide vom Mulino di Bruzella sowie die Marubini, auf die der Reisende achten sollte. Bei der letztgenannten Spezialität handelt es sich um eine Tessiner Pasta-Spezialität, die unter Beigabe von Butter und Salbei am besten schmeckt. Die Zahnradbahn bringt einen direkt zu Aussicht, Polenta und Marubini inklusive. Mara Venco Buffet Bellavista, Monte Generoso, 6850 Mendrisio«Berggasthaus Staubern»: auf den Berg zum FrühstückDer Neubau namens Trouvaille hat es in sich, aber auch das restliche Ensemble des Berggasthauses begeistert. Weil Lage und Aussicht nicht zu übertreffen sind und weil die Betreiber Daniel und Judith Lüchinger grössten Wert auf regionale Produkte und Selbstgemachtes legen. Baumnüsse spielen eine wichtige Rolle im Angebot, der Ziegenkäse ist legendär, und die Rösti gehört mindestens zur regionalen Spitze. Die Bergbahn fährt täglich von 7 bis 22 Uhr, was auch deshalb gut zu wissen ist, weil das hier servierte Frühstück besonders delikat ausfällt. Die Bergbahn bringt Gäste zur Trouvaille und zu regionalem Genuss. PD Berggasthaus Staubern, Frümserbergstr., 9467 Frümsen«Gütsch»: Trüffel oder EierschwämmliDer Express bringt hungrige Gäste schnell auf über 2000 Meter Seehöhe, allerdings nicht bei schlechtem Wetter. Schade, denn Markus Neffs Küche wäre auch bei Sturm und Regen einen Besuch wert. Handgemachte Spaghetti mit schwarzen Trüffeln stehen für die eher luxuriöse Form der Verpflegung, Ravioli nach Art der Surselva samt Eierschwämmli für die regionale. Eine fabelhaft gut sortierte Weinkarte ist obendrein verfügbar. Der Express führt direkt zu einem der genussvollsten Ausflüge der Region. PD Bergrestaurant Gütsch by Markus Neff, Bergstation Gütsch-Express, 6490 Andermatt«Kräuterhotel»: fein oder rustikalDie Bahnstation der Zahnradbahn befindet sich gleich vor dem Eingang zum Kräutergarten. So mancher Gast hat also vor dem Essen einen Rundgang durch Thymianbeete und Himbeersträucher gemacht. Gregor Vörös und sein Team werben aber nicht nur mit heimischer Erzeugung, sondern setzen das Prinzip regionaler Produktion auch so geradlinig um wie kaum ein anderes Restaurant der Schweiz. Eingeweckt wird konsequent, auf den Einkauf von Champagner verzichtet man. Das Bistro ist für den unkomplizierten Genuss gedacht, das «Regina Montium» für Gourmets mit mehr Zeit. Rechtzeitig vor der Abfahrt der letzten Bahn hinab nach Vitznau schickt die Küche den letzten Gang. Wolfgang Fassbender Restaurant Rigi Kaltbad & Bistro, Kräuterhotel, Staffelhöheweg 61, 6356 Rigi Kaltbad«Allmendhubel»: Walliser Pasta trifft Walliser WeineSelbst an den ganz heissen Tagen ist es auf dem Schilthorn erfreulich frisch – also genau die richtigen Umstände für einen kräftigen Walliser Dôle im Restaurant Allmendhubel, vielleicht sogar für die Assemblage aus Cabernet und anderen Sorten, abgefüllt von Diego Mathier. Auch an der Speisekarte ist zu erkennen, wie sehr sich das Restaurant der Region widmet, indem es Gipfelhüetli-Pasta oder Rösti mit Speck und Tomaten auftischt. Von der Talstation Stechelberg benötigt die Seilbahn nicht einmal eine halbe Stunde hinauf zum Restaurant. PD Restaurant Allmendhubel, Schilthorn, 3825 Mürren«Glacier Alpine Kitchen»: Cholera und PlinWer hier, im höchstgelegenen Hotel der Alpen, abends speisen möchte, muss im Hotel übernachten, denn die Bahn fährt am Abend nicht mehr, aber das ist im Hinblick auf Komfort und Aussicht ohnehin eine gute Idee. Der Begriff «Gourmet-Erlebnis» scheint mir ein wenig übertrieben, denn es geht nicht um eine Autorenküche und lange Menus, sondern um Walliser Kulinariktraditionen wie Cholera, die hiesige Variante der Plin oder Schokoladenmousse mit heimischen Aprikosen. Mit der Bahn zum höchstgelegenen Hotel der Alpen und Walliser Spezialitäten geniessen. PD Glacier Alpine Kitchen, 3100 Kulmhotel Gornergrat, 3920 Zermatt«Kleine Scheidegg»: Rösti statt PizzaAuf der Kleinen Scheidegg treffen zwei Zahnradbahnen zusammen, und im Restaurant begegnen sich gleich zwei kulinarische Kulturen. Regionale Zutaten und Traditionen verbinden sich mit internationalen Akzenten zu einem mundwässernden Angebot. Was genau das auf dem Teller bedeutet? Na, zum Beispiel selbstgemachter Burger mit Hobelkäse oder eine Röstizza, also die Schweizer Variante der Pizza: Rösti wird zum Beispiel mit Tomatensauce, Bratwurst und konfierten Zwiebeln angereichert. Was die Desserts angeht: Die hausgemachte Rahmschnitte hat mir beim letzten Mal prima gefallen. Auf der Kleinen Scheidegg treffen sich nicht nur zwei Zahnradbahnen, sondern auch zwei Küchenwelten. PD Bergrestaurant Kleine Scheidegg, 3823 Lauterbrunnen Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.