Wer Alice Weidel nicht persönlich kennt, hat sie wahrscheinlich im Fernsehen gesehen. Dort stellt sie sich den kritischen Fragen, und das kann so und so ausgehen. Manchmal ist Weidel regelrecht heiter. Dann lacht sie, und nichts kann ihre Laune trüben, auch nicht eine Frage, die aus ihrer Sicht jeder Grundlage entbehrt. Das loben die Anhänger, weil es souverän wirkt, wenn sie nichts, aber auch gar nichts aus der Ruhe bringen kann. Die Anhänger unterstellen, dass ihr das Lachen schon vergehen würde, wenn ihr ein echtes, belegbares Problem unterkäme. Solange Weidel lacht, scheint es kein Problem zu geben.Ihre Anhänger finden aber auch das Gegenteil gut. Gemeint sind Interviews, in denen Weidel ihre Irritation nicht verbirgt. Dann sieht sie aus, als würde die Dummheit der Menschen sie beelenden. Das Lächeln ist weg, die Mundwinkel werden tief, sie holt Luft und spricht jedes Wort. Sehr. Deutlich. Oder sie benutzt ihre zweite Angriffsstimme. Dann leiert sie die Wörter herunter, wie es Leute machen, die sich herablassen, anderen die Welt zu erklären. Meistens ist das der Punkt, an dem sie irgendjemanden runtermacht, den Moderator, den Bundeskanzler oder die Gesamtheit aller politischen Parteien mit Ausnahme ihrer eigenen.
Alice Weidel: Wie sie AfD-Parteikollegen behandelt
Wenn Alice Weidel richtig aufdreht und ihre politischen Gegner kleinmacht, sind die Anhänger begeistert. Nur wenige wissen, dass sie Parteikollegen genauso hart und zornig behandelt.











