Der Iran hat im Konflikt mit den USA die strategisch wichtige Straße von Hormus geschlossen und mit einer entschiedenen Antwort auf jede militärische Reaktion gedroht. Ein Schiff, das die Sicherheit im Seeverkehr gefährdet habe, sei getroffen und gestoppt worden, teilte die Marine der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) am Sonntag mit. Die Meerenge sei „bis auf Weiteres“ und bis zum „Ende der US-Einmischung in dieser Region“ geschlossen. Aggressionen gegen den Iran „werden auf eine scharfe Reaktion stoßen, und neue feindliche Stützpunkte in der Region werden ins Visier genommen“, hieß es in der Erklärung weiter.Kurz darauf hieß es vom US-Militär, man habe erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Attacke sei eine Reaktion auf einen Angriff der IRGC auf das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“ in der ME teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein ziviles Besatzungsmitglied wird demnach vermisst. Das Schiff sei wegen eines Feuers an Bord sowie erheblicher Schäden im Maschinenraum nicht in der Lage, seine Reise fortzusetzen.Trump erklärte Waffenruhe für beendetDie Eskalation folgt auf eine Woche zunehmender Spannungen und gescheiterter Vermittlungsbemühungen. Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe. Trotzdem kam es immer wieder zu neuen Angriffen.Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump zwar erklärt, die Gespräche mit dem Iran würden fortgesetzt, zugleich aber die Waffenruhe für beendet erklärt. Zuvor hatten hochrangige US-Vertreter den Iran öffentlich aufgefordert, die Angriffe auf Schiffe in der Meerenge einzustellen und alle Seewege offen zu halten. Vermittler aus Katar und Pakistan sowie der Oman hatten sich um die Fortsetzung der Verhandlungen in dem Konflikt bemüht, der nach US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf den Iran am 28. Februar begann. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi traf sich im Oman mit seinem Amtskollegen, um über Möglichkeiten einer sicheren Durchfahrt zu beraten.Von Centcom hieß es nun, der Iran habe mit dem Angriff auf das Schiff eine weitere Gelegenheit verpasst, sich an das Rahmenabkommen zu halten. Teheran habe versagt. Es handelt sich laut Centcom bereits um die dritte Angriffswelle der USA gegen den Iran in dieser Woche.Transport durch Meerenge deckt ein Fünftel des weltweiten ÖlbedarfsDurch die Straße von Hormus wurde vor der Eskalation des Konflikts etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert. Die Blockade durch den Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und die weltweite Inflation angeheizt. Einem Bericht des Senders CNN zufolge hatte der Oman einen Vorschlag unterbreitet, der eine freie Durchfahrt im südlichen Korridor in omanischen Gewässern vorsah.Zusätzlich angeheizt wird der Konflikt durch gegenseitige Drohungen. Der neue oberste geistliche Führer des Iran, Ajatollah Mojtaba Chamenei, schwor am Samstag Rache für den Tod seines Vaters und Vorgängers, Ajatollah Ali Chamenei, der bei den Angriffen am 28. Februar getötet worden war. Trump hatte seinerseits am Freitag erklärt, er habe das US-Militär angewiesen, darauf vorbereitet zu sein, im Fall eines Anschlags auf ihn Tausende Raketen auf den Iran abzufeuern. Zuvor hatte das Wall Street Journal berichtet, Israel habe Washington Geheimdienstinformationen über einen iranischen Anschlagsplan gegen Trump übermittelt.
Iran schließt Straße von Hormus
Iran hat nach eigenen Angaben ein Schiff in der Straße von Hormus gestoppt und die Meerenge geschlossen. Die USA reagieren mit Angriffen.














