PfadnavigationHomePolitikAuslandEstlands Außenminister„Putin könnte eines Tages gemeinsam mit seiner Familie aus dem Fenster springen“Stand: 00:55 UhrLesedauer: 2 MinutenDer estnische Außenminister Margus Tsahkna Quelle: AFP/SIMON WOHLFAHRTDer Ukraine-Krieg wird in Russland spürbar, sagt Estlands Außenminister Margus Tsahkna. Er sieht Spannungen in Putins Umfeld – und Erfolge dabei, den russischen Präsidenten zu Friedensverhandlungen zu bewegen.Estlands Außenminister Margus Tsahkna sieht deutliche Erfolge, Russlands Präsident Wladimir Putin zu Friedensverhandlungen zu bewegen. „Selbst im Kreis der Oligarchen zweifeln mehr und mehr an Putins Krieg“, sagte Tsahkna dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Spannungen im Umfeld Putins nähmen zu. „Viele, die vor einem Jahr noch von einem Sieg gesprochen haben, glauben inzwischen nicht mehr daran.“Der Außenminister betonte: „Zum ersten Mal sehen wir deutlich, dass unsere Strategie wirkt.“ Die Sanktionen zeigten Wirkung, die Wirtschaft stehe unter Druck und der Ukraine gelängen Schläge weit ins russische Hinterland hinein gegen Ölraffinerien und Infrastruktur. „Mittlerweile spürt jeder Russe, dass dieser Krieg nicht irgendwo weit entfernt stattfindet, sondern das eigene Land erreicht hat.“„Putin könnte seine Ziele ändern und ernsthafte Verhandlungen aufnehmen – wenn er rational handelt“, sagte Tsahkna. „Es kann aber genauso gut sein, dass er eines Tages gemeinsam mit seiner Familie aus dem Fenster springt. So etwas kommt in Russland schließlich vor.“Lesen Sie auchDie bisherigen Verhandlungsversuche von US-Präsident Donald Trump mit Russland kritisierte Tsahkna unterdessen scharf. „Die Gespräche sind faktisch gescheitert“, sagte er. „Putin hat Trump vor allem Zeit gekostet. Genau davor haben wir von Anfang an gewarnt“, sagte der Außenminister weiter. „Während über Gespräche geredet wurde, hat Russland den Druck auf die Ukraine weiter erhöht.“ Die Intensität der Angriffe in den vergangenen Wochen zeige das deutlich.Sorgen vor einem Angriff Russlands auf Polen und das Baltikum wies der Außenminister entschieden zurück. „Eine großangelegte Invasion in den kommenden Wochen halte ich für ausgeschlossen. Dafür fehlen Russland die Kräfte“, sagte Tsahkna. Lesen Sie auch„Es gibt keine relevanten Truppenverlegungen und Russland ist in der Ukraine gebunden.“ Das bedeute jedoch nicht, dass von Russland keine Gefahr ausgehe. „Russland bleibt ein gefährliches Land, und Provokationen sind jederzeit möglich.“ Darauf sei man vorbereitet.Lesen Sie auchZuvor hatte unter anderem der polnische Regierungschef Donald Tusk von Geheimdienst-Warnungen vor einem russischen Angriff auf Polen und vor „kritischen Monaten“ gewarnt.doli