PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-Krieg„Ich denke, Putin kämpft jetzt um sein Überleben“, heißt es aus EstlandStand: 14:23 UhrLesedauer: 3 MinutenDer estnische Außenminister Margus Tsahkna Quelle: Antti Aimo-Koivisto/Lehtikuva/dpaFür Estlands Außenminister Margus Tsahkna verändert sich durch die ukrainischen Drohnenangriffe die Stimmung im Kreml spürbar: „Die Russen fühlen sich nicht mehr sicher.“ Und auch Putin wirke nicht mehr unangreifbar.Russlands Führung gerät nach Einschätzung des estnischen Außenministers Margus Tsahkna im Ukraine-Krieg zunehmend unter Druck. Hohe Verluste an der Front, wirtschaftliche Probleme und ukrainische Drohnenangriffe auf russischem Territorium hätten die Stimmung im Land und im Machtapparat verändert. „Die Russen fühlen sich nicht mehr sicher“, sagte Tsahkna im Gespräch mit der „Zeit“. Selbst innerhalb der Führung spreche inzwischen „niemand mehr von Sieg“. Stattdessen schätzt Tsahkna die Lage des Kreml-Chefs so ein: „Ich denke, Putin kämpft jetzt um sein Überleben.“ Gerade deshalb werde der russische Präsident „gefährlich bleiben“. Als Beispiel für die veränderte Stimmung im Land führte Tsahkna unter anderem die Siegesparade vom 9. Mai an. Dass Putin die Feier dieses Mal nicht „wie gewohnt“ habe zeigen können, da wichtige Teile der Armee fehlten, sei „eine ziemlich ernste Botschaft“ gewesen – auch innenpolitisch.Lesen Sie auchDer estnische Außenminister wirft dem Kreml zugleich vor, Europa mit neuen Gesprächsangeboten in eine Vermittlerrolle drängen zu wollen. Putin versuche derzeit, Zeit zu gewinnen und den Westen zu spalten, sagte Tsahkna weiter. Europa dürfe deshalb nicht in eine „neutrale Haltung“ gedrängt werden. „Das ist eine gefährliche Falle“, warnte der Minister. Verhandlungen könnten nur gemeinsam mit der Ukraine geführt werden.Zugleich warnte Tsahkna davor, Russland trotz der aktuellen Schwäche zu unterschätzen. Moskau könne versuchen, die Geschlossenheit der Nato mit gezielten Provokationen zu testen, ohne einen offenen Krieg gegen das Bündnis zu beginnen: „Putin spielt mit unseren Ängsten“. Deshalb müsse Europa klar machen, „wo die roten Linien verlaufen“. Lesen Sie auchEinen direkten Angriff auf die Nato hält Tsahkna derzeit allerdings für unwahrscheinlich. „Russland hat nicht die Kraft für einen weiteren Konflikt“, sagte er.Die europäischen Staaten müssten aus seiner Sicht deshalb mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen und ihre Abschreckung glaubwürdig ausbauen, sagte Tsahkna. Die Debatten über einen möglichen Rückzug amerikanischer Truppen hätten in Europa bereits ein Umdenken ausgelöst. „Jeder versteht, dass der Beistand der USA inzwischen an Bedingungen geknüpft ist“, sagte der Minister. Dennoch bleibe Washington ein zentraler Partner der Nato.Lesen Sie auchUS-Präsident Donald Trump hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er den Druck auf Moskau erhöhen will, nachdem die Bemühungen um eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg bislang keine Fortschritte gebracht haben. Die US-Regierung prüft nach eigenen Angaben weitere Sanktionen gegen Russland und unterstützt zugleich neue Militärhilfen für die Ukraine.Dauerhafter Frieden sei nur möglich, wenn die Ukraine langfristige Sicherheitsgarantien erhalte und eine spätere Nato-Mitgliedschaft nicht ausgeschlossen werde, sagte der estnische Außenminister. „Die Ukraine ist unsere Chance“, erklärte Tsahkna. Europa dürfe keine neuen Neutralitätszonen zwischen Russland und der Nato zulassen.Putin selbst wirft der Ukraine vor, mit Angriffen auf zivile Ziele die russische Gesellschaft destabilisieren zu wollen. Angesichts dieser Angriffe auf zivile Ziele sehe er keinen Grund für direkte Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, sagt Putin. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg greift die Ukraine seit einiger Zeit in Russland immer wieder mit Drohnen an. Zuletzt wurden vermehrt Treffer bei Ölraffinerien verzeichnet. Aus einigen Gebieten werden inzwischen Beschränkungen beim Treibstoffverkauf gemeldet.kami
Ukraine-Krieg: „Ich denke, Putin kämpft jetzt um sein Überleben“, heißt es aus Estland - WELT
Für Estlands Außenminister Margus Tsahkna verändert sich durch die ukrainischen Drohnenangriffe die Stimmung im Kreml spürbar: „Die Russen fühlen sich nicht mehr sicher.“ Und auch Putin wirke nicht mehr unangreifbar.







