Der verheerende Waldbrand mit mindestens zwölf Todesopfern im Süden Spaniens hat sich weiter ausgebreitet. Die Flammen zerstörten in der andalusischen Provinz Almería bereits 6600 Hektar Wald- und Buschfläche, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Dabei bezog er sich auf einen Sprecher der rund 500 Einsatzkräfte im Gebiet um die Gemeinden Los Gallardos und Bédar, rund 70 Kilometer nordöstlich der Küstenstadt Almería. Mehr als 1400 Menschen mussten ihre Häuser in der Nacht zu Samstag verlassen. Sieben Personen gelten weiterhin als vermisst.Die Einsatzkräfte könnten nun erstmals direkt gegen die Flammen vorgehen, sagte der Chef der Rettungsdienste in der Region Andalusien, Antonio Sanz. Zuvor hätten sie ‌sich darauf konzentrieren müssen, eine Ausbreitung auf ‌dichter besiedelte Küstenorte zu verhindern. Die Löscharbeiten waren zuvor durch hohe Temperaturen, starken Wind und das unwegsame Gelände erschwert worden, die Gegend ist von zahlreichen Schluchten durchzogen.Das Feuer hatte sich in einem Waldgebiet um die Gemeinde Los Gallardos und den nahegelegenen Weiler Bedar extrem schnell ausgebreitet. „Vor allem der Wind am Nachmittag hat die Ausbreitung begünstigt“, sagte der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Antas, Pedro ‌Ridao, dem staatlichen Fernsehsender TVE am Freitag. „Im weiteren Verlauf konnten wir sehen, wie das Feuer rasant voranschritt und Bauernhöfe, Ferienhäuser und Autos verschlang, so dass wir einschreiten mussten.“Vermutet wird, dass unter den Toten Ausländer seien, möglicherweise Briten und Belgier, aber man müsse die Identifizierung der Opfer abwarten, erklärte Sanz. Es handelt sich laut Behörden um Personen, die vor den Flammen fliehen wollten, dabei jedoch eine falsche Fluchtroute gewählt hätten. Vier seien in einem Fahrzeug, acht andere auf den Straßen von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt, hieß es. Der TV-Sender RTVE sprach vom „tödlichsten Waldbrand des 21. Jahrhunderts“ im beliebten Urlaubsland.Als Ursache des Brandes wird der Einsturz einer Stromleitung vermutet. Der Energieversorger Endesa widersprach aber den Annahmen, der Brand sei durch eine gerissene Stromleitung ausgelöst worden, die auf trockenes Buschland gefallen war. Dies sei als Ursache ausgeschlossen, da die Leitung keine Spannung führte, sagte ein Endesa-Sprecher.