Allerdings kenne man die genaue Zahl der Toten nicht – es sei ein Feuer bislang nie dagewesenen Ausmaßes, sagte der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Los Gallardos, Francisco Miguel Reyes, im Staatsfernsehen RTVE. Das Feuer war den Angaben zufolge am Donnerstagnachmittag in der rund 230 Kilometer nordöstlich von Málaga gelegenen Gemeinde in der Provinz Almería ausgebrochen. Die Ursache des Brandes sei womöglich eine abgerissene Stromleitung gewesen, die in völlig ausgetrocknete Vegetation fiel.Etwa zehn Menschen wurden RTVE zufolge verletzt und einige von ihnen in Krankenhäuser gebracht. Die Rettungskräfte erhielten nach eigenen Angaben »mehr als 150 Anrufe von Bürgern, die den Brand meldeten«. In diesen ersten Schilderungen »gaben Zeugen an, dass ein herabgefallenes Kabel den Brand ausgelöst habe«. Das Unglück habe sich an einer Fernstraße ereignet, die Flammen hätten sich »rasch auf das Waldgebiet nahe der Straße ausgebreitet«. Laut den Behörden konnten diese Berichte der Anrufer noch nicht bestätigt werden.

»Große Trauer und Bestürzung«Der regionale Minister für Gesundheit und Katastrophenschutz, Antonio Sanz, sprach von einer »beispiellosen Tragödie« . Es sei der Waldbrand »mit den bislang schwersten Folgen« in Andalusien. »Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.«Die ganze Nacht kämpften laut Sanz rund 150 Feuerwehrleute gegen die Flammen in Los Gallardos an. Die Bewohner mehrerer Ortschaften seien vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Rund 50 von ihnen fanden demnach Schutz in einem zur Notunterkunft umfunktionierten Kulturzentrum. Auch ein Campingplatz, der bislang von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt.