Drama im Süden Spaniens: Bei einem Waldbrand sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Das sagte Andalusiens Regionalpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla am Freitagmorgen im Radiosender Cadena Cope. Ein Anstieg auf zwölf Todesfälle sei aber wahrscheinlich. Mindestens 19 Personen würden noch vermisst.In der Nacht hatte der Notdienst der Region Andalusien auf der Plattform X mitgeteilt, es gebe zwölf Tote. Der TV-Sender RTVE sprach vom „tödlichsten Waldbrand des 21. Jahrhunderts“ im beliebten Urlaubsland im Süden Europas.„Alles deutet darauf hin, dass es sich bei den Toten mehrheitlich – oder sogar ausnahmslos – um ausländische Staatsbürger handelt“, wie der andalusische Katastrophenschutzminister Antonio Sanz mitteilte. Vier Tote seien in einem Auto mit dem Lenkrad auf der rechten Seite gefunden worden. Dies deute darauf hin, dass es sich um britische Staatsangehörige handeln könnte. Identifiziert wurden die Leichen noch nicht. In der Nähe befindet sich das bei Touristen beliebte Dorf Bédar.Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.Antonio Sanz, andalusischer KatastrophenschutzministerSanz, erklärte, die Behörden hätten die Anwohner aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Dennoch hätten Menschen versucht, in ihren Autos zu fliehen – und seien umgekommen. In einem rechtsgelenkten Fahrzeug seien vier mutmaßlich britische Staatsbürger gestorben. Sieben weitere Tote wurden aufgefunden, nachdem sie offenbar ihre Autos stehengelassen hatten und zu Fuß abseits der ausgewiesenen Evakuierungsrouten zu fliehen versuchten. „Die Folgen sind schrecklich“, sagte Sanz. Feuer in Andalusien durch abgerissene Stromleitung ausgelöst Sanz sprach von einer „beispiellosen Tragödie“ – es sei der Waldbrand „mit den bislang schwersten Folgen“ in Andalusien. „Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.“Der Brand war am Nachmittag in der rund 300 Kilometer nordöstlich von Málaga gelegenen Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almería ausgebrochen, wie die Regionalregierung mitteilte. Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in völlig ausgetrocknete Vegetation fiel, wie der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Antas, Pedro Ridao, dem staatlichen Fernsehsender TVE sagte. Der Brand in Los Gallardos, gesehen vom Hafen von Garrucha aus. © dpa/Europa Press „Vor allem der Wind am Nachmittag hat die Ausbreitung begünstigt“, sagte Ridao. „Im weiteren Verlauf konnten wir sehen, wie das Feuer rasant voranschritt und Bauernhöfe, Ferienhäuser und Autos verschlang, sodass wir einschreiten mussten“, sagte Ridao. Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig, da das von zahlreichen Schluchten durchzogene Gebiet den Zugang für die Einsatzkräfte behinderte. Man habe eine „Schreckensnacht“ erlebt. Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Die ganze Nacht kämpften rund 400 Feuerwehrleute und Soldaten gegen die Flammen nordöstlich von Almería an. Die Bewohner mehrerer Ortschaften seien vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.Auf Videos, die von RTVE und anderen Medien veröffentlicht wurden, hört man Menschen verzweifelt schreien: „Was für ein Horror, was für ein Horror!“, „Das Feuer ist ganz in der Nähe!“ und „Häuser brennen!“. Anwohner sprachen im TV von einem „Inferno“ und einem „Albtraum“. Ortschaften in Andalusien evakuiert Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez brachte auf der Plattform X seine „große Trauer und Bestürzung angesichts der schrecklichen Folgen des Brandes“ zum Ausdruck.Das Königshaus von Monarch Felipe VI. schrieb auf X: „Tief betroffen über die Tragödie des Waldbrandes von Los Gallardos (...). Wir sprechen den Familien und Angehörigen der Todesopfer sowie allen Betroffenen unser Mitgefühl und unsere tiefe Anteilnahme aus.“Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Die Tragödie weckt Erinnerungen an die verheerenden Waldbrände im benachbarten Portugal im Juni 2017. Damals waren während einer Hitzewelle mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte von ihnen kam auf der Flucht in brennenden Autos ums Leben.In Spanien wütet derzeit eine ganze Reihe von Waldbränden. Seit Jahresbeginn haben dort großflächige Feuer bereits mehr als 50.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen.Hitzewellen im Mai und Juni haben auch 2026 weite Landstriche in Westeuropa ausgetrocknet und sie in diesem Jahr besonders anfällig für Waldbrände gemacht. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwärmt sich Europa mehr als doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt, was anhaltende Hitzeperioden immer wahrscheinlicher macht. Scharfe Kritik von Brandexperten in Spanien Erst Anfang der Woche hatte ein außer Kontrolle geratener Waldbrand in Südfrankreich nahe der spanischen Grenze die Evakuierung von mehr als 10.000 Menschen aus zahlreichen Ortschaften erzwungen.Experten beklagten unterdessen erneut mangelnde Präventionsmaßnahmen. Sie sprechen von einer vermeidbaren Tragödie. Bewohnte Gebiete ließen sich ohne größere Ausgaben besser schützen, behaupteten gleich mehrere Forstexperten und erfahrene Brandbekämpfer in RTVE unisono.„Es ist wie ein ewiges Déjà-vu. Jedes Jahr fordern wir mehr Vorsorgemaßnahmen“, sagte zum Beispiel Waldbrandbekämpfer Román García in RTVE. Solche Brände würden durch den Klimawandel und die globale Erwärmung begünstigt. Die zunehmende Trockenheit und der Feuchtigkeitsmangel machten Wälder und Buschland zu leicht entzündlichem Brennstoff und begünstigten die rasche Ausbreitung der Feuer. (dpa, AFP, Reuters)
„Was für ein Horror!“: Mindestens elf Tote bei Waldbrand in Spanien – 19 Vermisste in Andalusien
Nordöstlich von Málaga hat ein Flammenmeer mehrere Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Toten könnte noch steigen. Die Behörden gehen davon aus, dass die meisten Opfer Ausländer sind.











